Sport : Präsident Konrad spricht Machtwort in der Trainerdiskussion

Karsten Doneck

Die Entscheidung ist gefallen: Fußball-Zweitligist Tennis Borussia hält an Winfried Schäfer fest. "Er bleibt unser Trainer", erklärte Präsident Kuno Konrad gestern nach telefonischer Rücksprache mit den Verantwortlichen im Aufsichtsrat. Schäfer stand bereits in der Kritik, nachdem seiner Mannschaft in den letzten acht Spielen vor der Winterpause nur einen Sieg geglückt war und sie als Tabellenvierter mit 14 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter 1. FC Köln weit hinter den selbst gesteckten Zielen zurück blieb.

Die Bilanz ist auch für Konrad ein Ärgernis. "In der vorigen Saison hatten wir zum gleichen Zeitpunkt sechs Punkte mehr", stellt er fest, sieht aber in der Entlassung des Trainers kein Allheilmittel. "Wir haben das ja in der vorigen Saison erlebt", sagt Konrad. "Wenn man einen neuen Mann holt, dann hat der wieder ganz andere Vorstellungen, was die Spieler oder die Taktik angeht. Diese Vorstellungen umzusetzen, erfordert Zeit. Und diese Zeit haben wir nicht mehr." Wie ein Vertrauensbeweis für Winfried Schäfer klingt Konrads Aussage nicht.

Ohnehin wird kolportiert, dass der Hauptgrund für das Festhalten an Schäfer darin begründet liegt, dass eine eventuelle Abfindungszahlung an den Trainer den Rahmen des finanziell Machbaren bei TeBe sprengen würde. Von einer Summe im Bereich von weit über vier Millionen Mark ist in diesem Zusammenhang die Rede. Aber ein Freibrief, um so weiterzuwursteln wie bisher, wird Schäfer nun auch nicht ausgestellt. Konrad vergisst alle sonst von ihm gewohnte Gutmütigkeit, wenn er kategorisch bestimmt: "Jeder, vom Spieler über den Trainer und Manager bis hin zum Zeugwart, hat sich unserem Ziel, dem Aufstieg, unterzuordnen. Wer das nicht tut, der fliegt raus."

Winfried Schäfer ("Im sportlichen Bereich habe ich allein das Sagen!") werden möglicherweise auch die Kompetenzen beschnitten. Konrad: "Da wird es auch Gespräche geben. Jeder hat sein Aufgabengebiet, aber jeder muss auch mit jedem reden können."

Zugleich schiebt der Präsident den Abwanderungsgelüsten von TeBe-Profis (Ciric, Brinkmann, Ouakili) einen Riegel vor. "Wir geben keinen mehr frei", sagt Konrad. Nur Celaleddin Kocak (22) durfte noch schnell zum türkischen Erstligisten Altay Izmir wechseln, wo schon seine früheren TeBe-Kollegen Müslüm Can und Faruk Namdar spielen. Was hatte Winfried Schäfer im Sommer noch über Kocak und Can erzählt? "Hochtalentiert" seien die Beiden, zu Großem fähig - wenn man sie "richtig führe". Schäfer hat sie offenbar nicht richtig geführt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar