Sport : Preetz holt den wichtigen 1:0-Auswärtserfolg

Was wäre Hertha ohne ihren alten Haudegen Michael Preetz. Der Torschützenkönig der letzten Saison, in der laufenden Serie lange Zeit von Fortuna verlassen, bescherte Berlins Fußball-Bundesligisten gestern Abend einen höchst wichtigen Auswärtssieg. Vor 20 000 Zuschauern im verregneten, zugigen Ostseestadion erzielte Preetz per Kopf in der 61. Minute das alles entscheidende Tor gegen Hansa Rostock. Mit diesem 1:0 (0:0) eröffnete Hertha die angekündigte Aufholjagd, die mindestens auf Platz sechs führen soll. Am Dienstag im Olympiastadion gegen Arminia Bielefeld kann der Marsch nach vorn fortgesetzt werden.

Einer zog besonders die Blicke auf sich: Alex Alves. Zunächst sah man vom Brasilianer nur, dass er rutschte. Offenbar hatte er die falschen Stollen gewählt. Später wechselte er die Schuhe. Dass der 15-Millionen-Mark-Einkauf für Hertha wertvoll sein kann, unterstrich er allemal. Erst ließ er nach einer Flanke von Hartmann mit einer Körpertäuschung zwei Rostocker stehen, verfehlte das Tor aber ebenso knapp wie später, als sein Sturmkollege Preetz flankte und Alves den Ball volley nahm. Doch das war in der schwachen ersten Halbzeit auch so ziemlich das Einzige, was die Herthanern den vielen Schlachtenbummlern aus Berlin zu zeigen vermochten.

Gemessen an den Torchancen, hatten die Gastgeber ein Plus. Schon früh prüfte Wibran Herthas Ersatztorhüter Fiedler, der über zwei Jahre nach seinem Bann an gleicher Stätte bewies, dass er auch auf der Reservebank nichts verlernt hat. Mit einem Reflex bewahrte Fiedler seine Mannschaft vor einem Rückstand. Später, als die Rostocker binnen acht Minuten vier gute Möglichkeiten hatten, stand Fiedler auch das Glück zur Seite. So ging bei Möglichkeiten von Wibran und Majak der Ball nur knapp am Gehäuse vorbei.

Doch so schnell ließen sich die Herthaner in diesem doch reichlich konfusen Spiel nicht in die Defensive drängen. Dick van Burik gab mit einem abgefälschten Schuss, bei dem Pieckenhagen den Ball mit Mühe zur Ecke lenken konnte, einen Warnschuss ab. Nach einer guten Stunde schlug es dann im Rostocker Tor ein. Nicht Alves war der Torschütze, nein, der unverwüstliche Michael Preetz. Sverrisson, später ebenso wie der Hartmann ersetzende Roy und van Burik verwarnt, hatte geflankt, Preetz bewies wieder einmal seine Kopfballstärke und wuchtete das Ball aus Nahdistanz ins Netz. Wenig später, als er Pieckenhagen schon umkurvt, der ihn aber doch noch erwischte, hätte Preetz fast das zweite Tor erzielt, doch das wäre zu bitter für die Rostocker gewesen. Sie hatten auch noch eine Großchance durch einen Freistoß von Breitkreutz, doch mit einer tollen Aktion machte Herthas Schlussmann auch diese Chance zunichte.

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