Preetz zu Hoeneß: "Deal!" : So lief Arne Friedrichs Wechsel wirklich

Gerade ist Arne Friedrich von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg gewechselt. Wir haben die Verhandlung zwischen den Managern Michael Preetz und Dieter Hoeneß zufällig miterlebt.

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Ganz große Komödie: Wenn der Dieter mit dem Michi über den Arne spricht. Foto: dpa
Ganz große Komödie: Wenn der Dieter mit dem Michi über den Arne spricht.Foto: dpa

Gerade ist Arne Friedrich von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg gewechselt. Wir haben die Verhandlung zwischen den Managern Michael Preetz und Dieter Hoeneß vor dem Argentinien-Spiel zufällig miterlebt.

Ein Interview am Telefon hat „11 Freunde täglich“ gerade mit Preetz geführt, da vergisst der Manager doch glatt, sein Handy auszuschalten. Wir bleiben also in der Leitung, während Preetz in die Geschäftsstelle von Hertha BSC wetzt. Dort wartet schon Hoeneß. Herthas Ex-Manager hat es sich offenbar in dem Büro von Preetz, also seinem alten, bequem gemacht. Die Wildlederschuhe vermutlich wie eh und je auf den Schreibtisch gelegt, begrüßt Hoeneß seinen einstigen Lehrling: „Mensch Michi, was hast du denn hier für einen Mist gemacht? Wo ist denn der Kaviar-Kühlschrank? Und das gerahmte Bild von uns hast du auch abgehängt.“ Preetz räuspert sich. „Hallo, Herr Hoeneß!“, bringt er schließlich hervor. „Ja, das mit dem Bild tut mir leid, der Werner wollte das so. Aber Sie sind doch gekommen, um über den Friedrich zu verhandeln.“ Es raschelt, Hoeneß kramt wohl mit einer Hand in der Sakko-Tasche. Man kann sich vorstellen, wie er ans Fenster tritt und über das Vereinsgelände blickt, während er staatstragend ansetzt: „Du weißt ja noch, dass ich den Arne damals zu Hertha geholt habe.“ Jetzt wird das Rascheln am Hörer lauter, Preetz ist offenbar nervös. „Und du weißt auch, dass der Wert vom Pannen-Arne nach ein paar Fehlern schnell wieder fallen kann wie ein Messer, das man dann ja nicht mehr anfassen sollte. Never catch a falling knife, das habe ich dir doch beigebracht.“ Lautes Rascheln. „Wenn Arne nämlich erst mal zu schnitzen anfängt da hinten, so wie bei euch in der vergangenen Saison ...“ Hoeneß unterbricht sich selbst, wird lauter: „Was zum Teufel habt ihr da gemacht, letzte Saison?“ Es zischt, vermutlich wird sein Kopf rot.

„Lassen wir das. Ich bin ja wegen Arne gekommen und will heute noch raus zum Wannsee, also machen wir es kurz: Eine Million gebe ich dir für Arne, den Jungs vom Boulevard sagst du einfach, dass es zwei waren – und schon stehen wir beide super da. Das ist eine Win-win-Situation, habe ich dir doch beigebracht.“ Preetz nuschelt vor sich hin. „Was redest du da?“, fährt Hoeneß ihn an. Preetz erschrickt. „Ich weiß nicht“, druckst er. Hoeneß weiter: „Was weißt du nicht? Ob wir die Bild-Zeitung anflunkern sollen? Das ist einfach, habe ich dir das nicht beigebracht?“ Preetz fasst sich. „Nein!“, sagt er entschieden. „Eine Million ist zu wenig. Stellen Sie sich vor, der Herr Friedrich kommt ins Halbfinale – und schaltet im Viertelfinale noch den Tevez aus. Dann ist der doch das Fünffache wert.“

Das schnelle Kratzen deutet erneut auf einen nervösen Preetz hin, wahrscheinlich hat sich Hoeneß vom Fenster ab- und Preetz zugewendet, um ihn zu mustern. „Ein bisschen was hast du ja doch gelernt“, sagt Hoeneß väterlich, mehr zu sich. „Okay, ich gebe dir zwei Millionen und noch 150 000 obendrauf, wenn es Deutschland ins Halbfinale schafft.“ Man kann jetzt fast hören, dass Preetz die Faust ballt, wie früher nach seinen Toren. „Deal!“, ruft er frohlockend. Es klatscht, das muss ein Handschlag sein. „Dann mach’s gut, Michi“, sagt Hoeneß. Tock, Tock. Hoeneß klopft Preetz wohl kräftig auf die Schulter. „Und häng das Bild von uns wieder auf!“Ingo Schmidt-Tychsen

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