Premier League : Chelsea muss ManU den Vortritt lassen

Manchester United ist zum 17. Mal englischer Meister. Im spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen verpassen es Michael Ballack und Chelsea, ManU am letzten Spieltag noch abzufangen. Die Chance auf Revanche kommt allerdings schon bald für die "Blues".

Manchester United
Die Spieler von Manchester United feiern die englische Fußballmeisterschaft. -Foto: dpa

LondonMichael Ballack und der FC Chelsea haben das Fußball-Wunder verpasst, Manchester United feiert 100 Jahre nach der ersten englischen Meisterschaft am Pfingstsonntag den 17. Titel seiner Vereinsgeschichte. Chelsea reicht am 38. und letzten Spieltag im Fernduell mit ManU das 1:1 (0:0) gegen die Bolton Wanderers nicht zum Titel. Spitzenreiter Manchester schlug Wigan Athletic mit 2:0 (1:0) und machte den Titel im dramatischen Fernduell mit zwei Punkten Vorsprung perfekt.

Chance auf Revanche im CL-Finale

Ballack und seine Elf haben im Champions-League-Finale am 21. Mai in Moskau aber noch im direkten Vergleich die Chance zur Revanche. Den "Red Devils" gelang zum fünften Mal der Titelgewinn seit Gründung der Premier League 1992. Coach Sir Alex Ferguson, seit über 21 Jahren im Amt, feierte seinen zehnten Meistertitel mit ManU, das damit nur noch einen Titel von Rekordmeister FC Liverpool (18) entfernt ist.

Chelsea drängte im hochsommerlich heißen Stadion an der Stamford Bridge vor 41.755 Zuschauern von Anfang an, wirkte aber nervös. Didier Drogba vergab nach Vorlage von Ballack die frühe Chance zur Führung (8. Minute). Kurz darauf mussten die "Blues" den Verlust von Kapitän John Terry verkraften (13.), der unglücklich mit Chelsea-Torhüter Petr Cech zusammengeprallt war und mit Verdacht auf einen Armbruch vom Platz getragen werden musste.

Schewtschenko trifft zum 1:0

Nach der Halbzeit gelang dem eingewechselten Andrej in seinem wahrscheinlich letzten Heim-Match für Chelsea die Führung 1:0 (61.), die Kevin Davies in der Nachspielzeit (90.+3) noch ausglich.

Manchester startete unkonzentriert und ohne Tempo, während Wigan munter aufspielte und seinen Fans unter den 25.133 Zuschauern im ausverkauften JJB-Stadion auf eine Überraschung hoffen ließ. Doch nach einem Strafraum-Foul an dem überraschend aufgebotenen Wayne Rooney verwandelte Torjäger Cristiano Ronaldo den fälligen Elfmeter (33.) und beruhigte mit seinem 31. Saisontreffer die Nerven des Titelverteidigers.

Ryan Giggs macht alles klar

Kurz danach hatte Mittelfeldspieler Paul Scholes nach einem Schubser gegen Wigans Wilson Palacios großes Glück, nicht Gelb-Rot zu sehen. Im zweiten Durchgang zeigte sich Manchester angriffslustiger. Der eingewechselte Routinier Ryan Giggs traf in seinem 748. Spiel zum erlösenden 2:0 (80.), das Uniteds Meisterschaft besiegelte. Mit dem denkwürdigen Spiel stellte Giggs den Einsatz-Rekord der Klub-Legende Sir Bobby Charlton ein.

Ein ähnlich knappes Titelrennen mit zwei punktgleichen Spitzenreitern hatte es in England zuletzt vor 40 Jahren gegeben. 1968 schlug Manchester City am letzten Spieltag Newcastle United mit 4:3 und wurde Meister, während United dem FC Sunderland 1:2 unterlag und leer ausging. Die ManU-Elf um Bobby Charlton gewann aber kurz danach zum ersten Mal den Europapokal. (mbo/dpa)

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