Sport : Premiere in der Defensive

Kampf um Bundesliga-Übertragungen in Sportbars

Hans-Peter Siebenhaar

Düsseldorf - Der Kölner Kabelkonzern Unity Media wird wahrscheinlich mit seiner Fernsehtochter Arena auch für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga in Gaststätten und Hotels bieten. „Wir befinden uns in der Entscheidungsphase“, sagte Arena-Sprecher Bernard de Roos. Mit dem drohenden Einstieg in die Auktion durchkreuzt der Konzern den Plan von Premiere, die Exklusivität von Unity bei der Live-Berichterstattung im Bezahlfernsehen durch den Kauf der Bundesliga-Rechte für die Gastronomie zu schwächen. Seit vielen Jahren besitzt Premiere die Bundesliga-Rechte für über 13 000 Premiere-Sportbars. Sie spielen für Premiere eine wichtige Rolle. Die Sportbars sind eine preiswerte Möglichkeit, um Kunden für ein Abonnement zu gewinnen.

Unity hatte bereits im Dezember 2005 überraschend für 250 Millionen Euro die Live-Fernsehrechte für die Bundesliga erworben und damit für den Absturz der Premiere-Aktie gesorgt. Derzeit ist Premiere-Chef Georg Kofler um Schadensbegrenzung bemüht. „Wir halten schon bisher die Rechte für Sportbars und Hotels und werden auch wieder dafür bieten“, sagte ein Konzernsprecher von Premiere.

Gestern hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die zweite Bieterrunde um die Bundesliga-Spiele angekündigt. Diesmal geht es um die Rechte für die Übertragung in der Öffentlichkeit, in Wettbetrieben und für mobile Dienste. Interessenten für derartige Rechte an der Fußball-Bundesliga und auch an der Zweiten Bundesliga müssen bis zum 22. Februar ihre Angebote abgegeben.

Eine Entscheidung wird die DFL am 31. März treffen. Die Neuauflage des Duells zwischen Premiere und Unity kommt ihr dabei gelegen. Die DFL kann beim Streit um die Rechte darauf hoffen, dass sich beide Parteien hochschaukeln und es somit höhere Einnahmen aus den Nebenrechten gibt. „Unsere Erwartungen sind aber moderat“, sagt DFL-Chef Christian Seifert. Bisher erzielte die DFL nur einen einstelligen Millionenbetrag mit dem Verkauf der Nebenrechte.

Für Premiere geht es nicht nur ums Prestige, sondern auch um viel Geld. Der Bezahlfernsehsender kann sich eine zweite Niederlage nicht leisten. Premiere-Chef Kofler steht unter großem Druck, schon um den Kurs der Aktien wieder nach oben zu bringen.

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