Presseschau : "Deutschland muss sich warm anziehen"

Die spanischen Zeitungen sind voll des Lobes für ihr Team. In Russland wird hingegen getrauert, wenn auch auf hohem Niveau.

SPANIEN:

 „El País“: „Ganz Europa fühlte sich geblendet, als es das Spiel der spanischen Mannschaft sah. Spanien zeigte beim 3:0-Sieg gegen Russland den besten Fußball der Europameisterschaft. Dieses Spiel ist unvergesslich. Es war eines der besten in der Geschichte der spanischen Nationalelf.“
 „El Mundo“: „Die Selección verlangt den Thron. 24 Jahre nach der Niederlage im EM-Finale gegen Frankreich steht sie wieder in einem Endspiel. Diese spanische Elf ist zum Verlieben.“
 „El Periódico“: „Spanien kommt dem Himmel näher. Ein majestätisches Team macht Russland dem Erdboden gleich. Erstmals nach 24 Jahren halten die Spanier wieder Einzug in ein EM-Finale.“
 „La Vanguardia“: „Spanien ist ein Wunder. Die Nationalelf kleidet sich in Gold, um den Glorienschein in die Hand zu nehmen. Sie überfährt Russland mit einem faszinierenden Fußball.“
 „Marca“: „Spanien bot eine triumphale Symphonie. Wir sind die Besten. Es steht außer Frage, dass die Selección den besten Fußball spielt. Aber Obacht: Wir haben noch nichts gewonnen.“
 „As“: „Natürlich können wir es schaffen. Die Selección tanzte Arschawins Russen aus. Spanien erhob den Fußball in die Kategorie der schönen Künste. Es bot ein perfektes Spiel.“
 
RUSSLAND:
 „Sport-Express“: „Nicht traurig sein. Wir haben Bronze - und das ist erst der Anfang. Der russische Fußball ist durch einen langen Tunnel endlich ans Licht gelangt. Diese EURO hat Appetit gemacht. Wir wissen jetzt, zu was wir fähig sind: nicht nur in unserem Träumen, sondern auch in der Realität.“
 „Rossijskaja Gaseta“: „Die Zeit der Wunder ist vorbei. Aber die russische Mannschaft kann das Turnier erhobenen Hauptes verlassen.“
 „Nowyje Iswestija“: „Russland ist wieder eine Macht im Fußball. Und seine Spieler sind Gold wert, wenn man das Interesse ausländischer Vereine sieht.“

SCHWEIZ:
 „Basler Zeitung“: „Mit einer Galavorstellung spielen sich die Iberer in das Finale der Euro 2008 gegen Deutschland. Luis Aragones war nach dem größten Triumph seiner Trainerkarriere ganz er selbst. Der Halbfinalerfolg von Wien war der Sieg einer technisch bezaubernden, aber auch einer reifen Mannschaft. Die Seleccion scheint fällig, endlich wieder einen großen Titel zu gewinnen und damit die großen Sehnsüchte der Spanier einzulösen.“
 „Berner Zeitung“: „Spanische Ballnacht in Wien. Der alte Mann hatte wieder einmal alles richtig gemacht. Spanien war an diesem verregneten Abend das bessere, stabilere, spielstärkere Team als Russland. Luis Aragones macht oft unerwartete Sachen. Diese spanische Auswahl ist seine Idee vom modernen Fußball, mit vielen Ballkontakten, ständiger Kontrolle und wenig Zweikämpfen. Es ist ein schönes, ein romantisches Konzept, ein eher naives auch, und vielleicht ist es deshalb korrekt.“
 „Blick“: „Mit Intelligenz, Coolness und viel Klasse sind die Spanier daran, sich den Verlierer-Stempel von der Stirn zu putzen. Was die Spanier gestern gegen die Russen, die mit ihrem tollen Fußball zuvor in aller Munde waren, zeigten, zeugte von großer Klasse. Deutschland muss sich gegen diese coolen und auch in der Breite hervorragend besetzten Spanier warm anziehen.“
 „Neue Zürcher Zeitung“: „Spanien greift nach dem EM-Titel. Im Regen standen nur die Russen. (...) Diesmal könnte die Verzweiflung, mit der das große Fußballland seit Jahrzehnten in Fettnäpfchen tritt, aber in unfassende Euphorie umschlagen - wenn die Iberer am Sonntag gegen Deutschland den ersten Titel seit 1964 gewinnen.“
 „Tagesanzeiger“: „Spanisches Schaulaufen in das Finale. In der Kurve gierten sie nach einer Zugabe, schrien 'Olè und 'Viva Españà.“

(dpa)

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