Pressestimmen zu Deutschlands EM-Aus : "Mister Bummbastic" demütigt Deutschland

"Fußball ist ein Spiel, das die Deutschen nie gewinnen" - Die internationale Presse revidiert alte Fußballweisheiten, kürt Balotelli zum wahren "Super Mario" und sieht das Spiel der deutschen Mannschaft als reine Enttäuschung.

"Super Mario" Balotelli und der geschlagene deutsche Kapitän Philipp
"Super Mario" Balotelli und der geschlagene deutsche Kapitän PhilippFoto: dapd

ITALIEN

La Gazzetta dello Sport: „Stolzes Italien. Das war ein überwältigender Auftritt der Azzurri, mit einem wunderbaren Doppelschlag Balotellis und so vielen vergebenen Chancen. Super Balotelli. Ein Stern ist aufgegangen. Ganz Italien feiert. Wir haben es geschafft!!! Deutschland schon wieder geschlagen. Jetzt kommt Spanien dran.“

Corriere dello Sport: „Italienische Giganten. Ein Wahnsinns-Balotelli. Wir haben Deutschland eine Fußball-Lektion erteilt. Wir sind im Finale. Die Azzurri haben dem Land die Freude zurückgegeben.“

Tuttosport: „Wir haben sie fertig gemacht. Balotellis fabelhafter Doppelschlag.“

La Stampa: „Wir sind der Fluch der Deutschen. Die Geschichte wiederholt sich. Deutschland bleibt am Boden, und Italien kommt weiter. Das Finale zu erreichen, das sah erst so aus, als müsse man eine Rakete zum Mond schießen. Doch der Mond kam herab, um eine Squadra zu streicheln, die in zwei Jahren nahezu aus dem Nichts neu aufgebaut worden ist.“

La Repubblica: „Eine perfekte Partie, die magische Nacht des Super-Mario. Dieser Junge heißt Italien. Denn Italien, das steht jetzt auch für einen Schwarzen mit dem Akzent von Brescia. Der Sieg über Deutschland verlängert die Geschichte, und ins Finale gehts mit riesiger Moral.“

Katerstimmung:

Corriere della Sera: „Ein großes Italien, Deutschland muss sich Balotelli geschlagen geben. Es war die schönste Partie, eine Schönheit, entstanden aus dem Wissen um die eigenen Mittel, umgesetzt wie am Reißbrett ausgedacht. Alle haben alles gegeben, sind teilweise neugeboren in dieser Nacht.“

Bildergalerie: Die Reaktionen der Spieler und Trainer

"Löw hat ein, zwei Wechsel zu viel gemacht"
Sie schieden nicht im guten - nun hat Michael Ballack Kritik an Jogi Löw geübt. Der frühere DFB-Kapitän sieht die Wechselspiele des Bundestrainers als Ursache für das Scheitern im EM-Halbfinale. „Der Trainer hat vielleicht ein, zwei Wechsel zu viel gemacht“, sagte Ballack nach dem 1:2 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien im TV-Sender ESPN. Es werde daher Fragen zu Löws Arbeit bei der Europameisterschaft geben, meinte der 35-Jährige. „Sie haben mit 18, 20 Klassespielern ein Luxusproblem. Das heißt aber nicht, dass alle auch spielen müssen“, sagte Ballack. „Man muss eine Gruppe von 13, 14 oder maximal 15 Spielern finden, mit denen man das ganze Turnier bestreitet“, erklärte er. Vor dem Viertelfinale gegen Griechenland (4:2) und dem Spiel gegen Italien hatte Löw seine Offensive jeweils mit drei neuen Spielern umgebaut. Gegen die Squadra Azzurra war Löws Taktik nicht aufgegangen. „Dieses Team hatte mehr verdient, wenn es nur konstanter gespielt hätte“, meinte Ballack.Weitere Bilder anzeigen
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29.06.2012 13:36Sie schieden nicht im guten - nun hat Michael Ballack Kritik an Jogi Löw geübt. Der frühere DFB-Kapitän sieht die Wechselspiele...

SPANIEN

El País: „Die Deutschen fielen ihrer Arroganz und ihrem Übermut zum Opfer. Sie dachten nur an eine Revanche gegen Spanien und vergaßen die Italiener. Von Özil war wenig zu sehen, dagegen führte Pirlo Regie in meisterhafter Manier.“

El Mundo: „Italien demütigt Deutschland.“

El Periódico: „Balotelli versenkt Deutschland. Das Spiel der Teutonen erlitt einen verheerenden Kurzschluss. Die deutsche Elf war eine totale Enttäuschung.“

Marca: „Italien bleibt das Schreckgespenst der Deutschen. Egal ob das deutsche Team - wie jetzt bei der EM - als Favorit antritt oder ob es daheim im eigenen Land spielt, in der Stunde der Wahrheit kann es die Hürde der Italiener einfach nicht überwinden.“

As: „Adiós, Alemania. Die Deutschen waren den Italienern deutlich unterlegen und mit dem 1:2 noch gut bedient.“

Sport: „Balotelli war der Super-Mario. Von der Statistik her wird das Spiel als ein knapper Sieg der Italiener in die Annalen eingehen. Aber in Wirklichkeit hätte das Team von Cesare Prandelli die Deutschen mit einer Packung heimschicken können.“

Video: Balotelli schießt Deutschland ab

ENGLAND

The Times: „Balotellis Brillanz schickt verstörtes Deutschland heim - für Balotelli war es die stolzeste Nacht seiner Karriere. Italien war im Traumland, Deutschland fassungslos.“

The Guardian: „Warum immer er? Balotelli feuert Italien ins Finale - es war die Nacht, in der Mario Balotelli sich als seriöser, erwachsener Fußballer zeigte, der die besten Gelegenheiten verwerten konnte. Angedroht hatte er das schon mehrmals, aber nie hat er es mit so viel Effizienz durchgesetzt.“

The Sun: „Wunderbarer Balotelli: Die Deutschen antworteten mit einem Elfmeter von Mesut Özil, doch das war zu wenig und zu spät.“

The Daily Mail: „Magic-Mario beansprucht Ruhm für sich: Es konnte nur einen Super-Mario geben in diesem Halbfinale. Dass es Balotelli war und nicht Gomez ist möglicherweise der Schock des Turniers.“

Daily Mirror: „Balotelli mag zwar darauf bestanden haben, es sei nicht nötig, seine Tore zu feiern, wie ein Postbote nicht feiert, wenn er Briefe einwirft. Doch letzte Nacht fand er etwas, worüber er lächeln konnte. Super, Mario!“

Bildergalerie: Die deutschen Spieler in der Einzelkritik

Die deutschen Spieler in der Einzelkritik
Sie spielten gegen Italien. Oben: Badstuber, Neuer, Kroos, Hummels, Gomez, Khedira, Boateng (v. l.). Unten: Lahm, Podolski, Schweinsteiger, Özil (v.l.)Weitere Bilder anzeigen
1 von 15Foto: AFP
28.06.2012 23:09Sie spielten gegen Italien. Oben: Badstuber, Neuer, Kroos, Hummels, Gomez, Khedira, Boateng (v. l.). Unten: Lahm, Podolski,...

FRANKREICH

Direct Matin: „Wiedersehen im Finale - Der zweifache Torschütze 'Super Mariò hat nie so berechtigt seinen Spitznamen getragen; er hat sein Talent im besten Augenblick aufblitzen lassen, um ein ganzes Land an die Pforten des Paradieses zu schicken und im Alleingang die Hoffnungen der deutschen Mannschaft auf eine Revanche fürs verlorene Finale 2008 zu zerschlagen.“

Le Parisien: „Balotelli lässt Deutschland stürzen - von diesem Spiel wird man drei Dinge in Erinnerung behalten. Erstens natürlich den unaufhaltsamen Sieg. Zweitens das, was nun wie ein Fluch erscheint, da Deutschland Italien immer noch nicht bei einem großen Wettbewerb geschlagen hat. Und drittens wird man sich einen großen Namen merken: den von Mario Balotelli.“

Le Figaro: „Euro 2012: Mario Balotelli hat fast im Alleingang den Final-Favoriten Deutschland in die Knie gezwungen. Für die Mannschaft, die Italien noch in keiner Finalphase bei einer EM oder WM geschlagen hat, setzt sich eine schwarze Serie fort.“

20 minutes: „Balotelli, der italienische Superstar - schenkt man seinem Team-Partner James Milner bei Manchester City Glauben, gibt es zwei Mario Balotellis: 'einen guten und einen schlechten'. Die Deutschen hatten kein Glück, sie sind über ein drittes Modell gestolpert: einen außergewöhnlichen Mario Balotelli.“

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