Sport : Preußen im Karneval

Eisbären haben vor Spiel in Düsseldorf Probleme

Claus Vetter

Berlin - Die Verantwortlichen der Eisbären wirkten gestern ratlos. Wenn Preußen in eine Karnevalshochburg geraten, dann können sie sich schon mal in unverhofften Situationen wiederfinden. Da versuchten die Berliner in Düsseldorf, einen Krankenhaustermin für ihren Stürmer Stefan Ustorf zu bekommen – doch es wurde nichts mit einer Kernspintomografie. Im rheinischen Karnevalstrubel sei das eben nicht so einfach zu organisieren, sagte Moritz Hillebrand, Sprecher des Deutschen Eishockeymeisters: „Da kommst du nur ins Krankenhaus, wenn es um Leben und Tod geht.“ Darum ging es nicht, Ustorf hatte sich tags zuvor beim 3:4 der Berliner in Frankfurt am Knöchel verletzt und flog schließlich gestern nach Berlin, wo er untersucht werden sollte.

Das gestrige Training der Eisbären in Düsseldorf fand also ohne Ustorf statt. Wäre der Stürmer dabei gewesen, hätte er gesehen, dass sich einer seiner Kollegen in der Kabine ungewohnt lange auf dem Fahrrad-Ergometer abstrampelte: Jeff Jillson. Der US-Amerikaner wird heute beim Spiel der Berliner bei der Düsseldorfer EG nicht zum Einsatz kommen, an seiner Stelle spielt heute Richard Mueller.

Mueller soll den Eisbären im Schlussspurt der Hauptrunde helfen, doch noch die Punkte für den sechsten Platz und somit die direkte Play-off-Qualifikation zusammenzubekommen. Doch in Frankfurt spielte der Stürmer, den sein Klub kurzfristig lizenziert hatte, erstaunlicherweise nicht, sondern saß auf dem Fahrrad-Ergometer. Für Mueller hätte jemand Platz im Team machen müssen, da nur elf von 22 Profis auf dem Spielberichtsbogen Ausländer sein dürfen. Jillson war schon am Freitag Kandidat für die Tribüne, Pierre Pagé aber ließ den Verteidiger spielen. Es sei ein Problem, einen Stammspieler so einfach auszusortieren, sagte der Trainer. „Wir brauchen die Hilfe eines Psychologen.“ Gestern konnte Pagé dann Jillson aber dessen Ausmusterung erklären. Der Verteidiger habe gefasst darauf reagiert, sprach der Trainer. Warum das nicht schon früher ging, wurde nicht klar. Aber es ist ja Karnevalszeit. Und da muss nicht alles Sinn machen.

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