Sport : Prima Klima

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Michael Rosentritt über

das Wunder von Bochum

Wie wäre es eigentlich, wenn statt der Bayern am Dienstag Werder Bremen gegen Real Madrid spielt? Oder Bochum. Bochum? Ja, das wäre schön. Der VfL spielt richtig guten und erfolgreichen Fußball. Seit sechs Spieltagen ist die Mannschaft von Trainer Neururer ungeschlagen, ihr fehlen drei Punkte auf einen Champions-League-Platz. Wie machen die das nur?

Peter Neururer gab nach dem Sieg in Leverkusen seine Antwort darauf: Man brauche nur mal in die Kabine des VfL gehen, da würden die Jungs richtig Spaß haben. Aha, Spaß als Erfolgsrezept. Neu klingt das nicht. Und natürlich hat sich noch nie jemand zum Sieg gelacht. Aber Spaß steht für etwas anderes. Für ein gesundes Binnenklima, für Ziele, die überschaubar und erreichbar sind. Ziele, die niemanden unterfordern, aber auch nicht überfordern. In einer solchen Atmosphäre gedeiht Vertrauen – zum Mitspieler und sich selbst. Jeder Einzelne wird ein Stückchen besser und macht die Gemeinschaft stabiler. Und jeder spürt das Vorwärtskommen.

Anders ist das bei einigen selbst ernannten Champions-League-Anwärtern oder Meisterschaftsfavoriten wie Hertha BSC und dem Hamburger SV. Oder Dortmund, Schalke und Leverkusen. Dort sind alle damit beschäftigt, sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen. Weil das Klima intern nicht stimmt und zum Teil viel Geld vernichtet wurde. Und, welche Konsequenzen ziehen sie? Sie geben noch mehr Geld aus: für Ailton und Krstajic aus Bremen, Freier und Hashemian aus Bochum. Halten wir es mit Bochums Trainer, der sagte gestern auch: „Der UI-Cup ist eine Sache, von der wir träumen dürfen.“ Ein Spaßvogel, dieser Neururer.

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