Primera Division : Schuster ist neuer Trainer bei Real Madrid

Nach langem Hin und Her ist es nun endlich offiziell: Der neue Trainer beim spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid heißt Bernd Schuster.

Jörg Vogelsänger[dpa]
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Reals Ehrenpräsident Alfredo di Stefano, Bernd Schuster und Clubpräsident Ramon Calderon (v.l.) -Foto: AFP

MadridBernd Schuster besteigt den Thron der "Königlichen" und krönt damit seine bisherige Trainer-Laufbahn. Mit dem Engagement als neuer Coach des spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid geht für den 47 Jahre alten Deutschen zudem ein Lebenstraum in Erfüllung, wie er unumwunden bei seiner Vorstellung im Santiago-Bernabéu-Stadion zugab. "Danke, dass Sie mir diese Chance geben. Dies ist ein sehr glücklicher Tag für mich und ich denke, es wird alles perfekt laufen", sagte der "Blonde Engel" an die Adresse von Clubchef Ramón Calderón. In einer unüblichen Geste der Anerkennung begrüßte dieser den einstigen Real-Spieler auf Deutsch: "Lieber Bernd, vielen Dank, dass du dich für Real Madrid entschieden hast. Wir freuen uns, dass du wieder zu Hause bist."

Der Ex-Nationalspieler und Europameister von 1980 ist der zweite Deutsche auf der Trainerbank der "Königlichen" nach Jupp Heynckes, der seinerzeit erfahren musste, dass der Thron Real Madrids schnell zum Schleudersitz werden kann: Er wurde entlassen, nachdem er 1998 mit Real die Champions League gewonnen hatte. Schuster erhält nach Angaben von Sportdirektor Pedja Mijatovic einen Dreijahres-Vertrag und wird Medienberichten zufolge rund 3,5 Millionen Euro pro Saison verdienen. Von der Presse wurde der gebürtige Augsburger mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht: "Bei Real Madrid beginnt eine neue Ära. Mit Schuster kehrt der Fußball zurück", schrieb das meistverkaufte Sportblatt "Marca".

Real-Clubchef erwartet "hinreißenden Fußball"

Calderón machte aber auch unmissverständlich deutlich, dass auf Schuster ein enormer Druck lasten wird: "Real Madrid ist nicht bloß ein Verein, der Titel gewinnen muss." Man erwarte "mitreißenden Fußball, Leidenschaft und Courage". Schuster verkörpere all diese Tugenden - im Gegensatz zu seinem geschassten Vorgänger Fabio Capello. Der hatte zwar mit den "Königlichen" den 30. Meistertitel geholt, sein langweiliges Defensivspiel brachte Fans und Clubführung aber zur Verzweiflung. "Nun muss ein neuer Weg eingeschlagen werden", forderte Calderón.

"Ich weiß, worauf ich mich da eingelassen habe", erklärte Schuster selbstbewusst. "Ich verlange von mir und den Spielern ein Maximum und habe keine Zweifel, dass die Fans unseren Fußball genießen werden." Schließlich habe er dies mit seinen vorigen Vereinen in Spanien auch geschafft. "Und die hatten nicht die Qualität von Real Madrid." Zu seinen Zielen gefragt, antwortete er: "Den Sieg der Meisterschaft und der Champions League."

Am Morgen hatte "Don Bernardo" seinen bis 2008 laufenden Vetrag bei seinem bisherigen Verein FC Getafe aufgelöst und damit die letzte Hürde für seinen Wechsel auf die Trainerbank der "Königlichen" aus dem Weg geräumt. Die 480.000 Euro schwere Ablösesumme musste er aus der eigenen Tasche bezahlen. Sein Nachfolger in Getafe wird der frühere dänische Weltklassespieler Michael Laudrup.

Christoph Metzelder ist da - "Große Ehre"

Zu den neuen Profis der Ära Schuster gehört Christoph Metzelder. Als "große Ehre" und "große Herausforderung" bezeichnete der deutsche Nationalspieler seinen Wechsel zu Real. "Für mich geht ein Traum in Erfüllung", sagte der ablösefreie 26-jährige Dortmunder. Er soll einen Vierjahres-Vertrag bekommen und vier Millionen Euro brutto pro Saison verdienen. Der 32-malige Nationalspieler ist nach Bernd Schuster, Uli Stielike, Paul Breitner, Günter Netzer und Bodo Illgner der sechste Deutsche, der das Real-Trikot überstreifen wird.

Schuster hatte von 1988 bis 1990 als Profi für Real gespielt und auch das Trikot des FC Barcelona und von Atlético Madrid getragen. Als Trainer hatte er in Spanien bislang CD Xerez (2001 bis 2003), UD Levante (2004 bis 2005) und den FC Getafe (2005 bis 2007) trainiert.

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