Primera Division : Zurück zum Spiel

Am Wochenende beginnt die Saison der Primera Division – vor allem Real Madrid hat große Ziele. Auf dem Platz kann Mesut Özil dann wieder zeigen, was er kann.

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Mesut Özil (r), hier beim Freundschaftsspiel gegen Penarol, ist ein wichtiger Teil bei dem Plan von Real Madrid, Spanischer Meister zu werden.
Mesut Özil (r), hier beim Freundschaftsspiel gegen Penarol, ist ein wichtiger Teil bei dem Plan von Real Madrid, Spanischer...Foto: rtr

Berlin - Sobald Mesut Özil auf dem Platz steht, ist seine Schüchternheit, die er zuweilen abseits des Fußballfeldes zeigt, verflogen. Das war bei seinem früheren Klub Werder Bremen nicht anders als bei seinem neuen Verein, bei Real Madrid. Noch bei seiner Vorstellung in Spanien kam der Zugang aus der Bundesliga verschlossen daher, viel mehr als den Satz „für mich ist Real Madrid der größte Verein der Welt“ brachte der 21-Jährige nicht hervor. Beim jüngsten 2:0-Sieg im Testspiel gegen Penarol Montevideo drehte Özil im strahlend weißen Trikot seines neuen Arbeitgebers aber wieder richtig auf. Die Sportzeitung „Marca“ kürte den Deutsch-Türken danach zum „Zugang mit dem meisten Talent“. Und Real zum „Meister der Vorbereitung“. Madrid selbst will natürlich mehr als das sein.

Mindestens den Meistertitel erwarten die Fans von dem neuen Trainer Jose Mourinho, wenn am Wochenende die Primera Division, Spaniens ranghöchste Fußballliga, in die neue Saison startet. Doch im Vergleich zu den Millioneneinkäufen des vergangenen Sommers wurde die Mannschaft in diesem Jahr mit Angel di Maria, Pedro Leon, Ricardo Carvalho, Sergio Canales und den beiden deutschen Nationalspielern Sami Khedira und Mesut Özil für Real-Verhältnisse eher bescheiden verstärkt. „Die Mannschaft hat Potenzial, aber sie wird Zeit brauchen, und die gibt es in Madrid nicht“, sagt Gabriel Giron.

Giron begleitet das Team seit Jahren für die Nachrichtenagentur AFP. Barcelona hält er für wesentlich eingespielter. Zudem gelang den Katalanen mit der Verpflichtung von David Villa (vom FC Valencia) ein spektakulärer Coup. Ein weiteres Problem könnte Mourinho selbst werden. Nach zwei titellosen Spielzeiten soll der Portugiese den Erfolg zurück nach Madrid bringen, aber zu welchem Preis? Vielen Real-Fans ist Mourinhos defensive Spielausrichtung nicht geheuer. „In Madrid kann die Stimmung schnell kippen“, sagt Giron.

Allerdings ist man in Spanien überhaupt schon froh, dass es wieder Sportliches zu berichten gibt. Denn zuletzt hatten die Provinzvereine Hercules Alicante und RCD Mallorca für Aufregung gesorgt. Vor allem in Deutschland „wurde ausschließlich negativ über den spanischen Ligafußball berichtet“, sagt Robert Pongracz, Beauftragter für internationale Beziehungen beim spanischen Ligaverband LFP. „Betrugsskandal, Finanzchaos und sportliche Langeweile – die Schlagworte waren immer gleich.“

Alicante soll sich den Aufstieg in die Erste Liga durch Bestechung verschafft haben. Weil es in Spanien aber kein Gesetz gegen Sportbetrug gibt, verlief die Sache im Sand. Bei RCD Mallorca gestaltet sich die Lage eindeutiger. Der Verein befindet sich in der Insolvenz. Die Uefa entzog das Startrecht für die Europa League. Doch in der Liga darf Mallorca weiter antreten.

Den Meistertitel aber werden Real Madrid und der FC Barcelona wieder unter sich ausmachen. Nicht ausgeschlossen, dass dabei Khedira und Özil eine gute Rolle spielen.

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