Sport : Private Dienstreise

IOC-Präsident Rogge informiert sich über Leipzigs Olympiapläne

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Leipzig (Tsp). Jacques Rogges Reise nach Leipzig ist ein „privater Arbeitsbesuch“. In dieser seltsamen Formulierung des Leipziger Oberbürgermeisters Wolfgang Tiefensee steckt eine Menge drin. Zum einen möchte sich der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees zum ersten Mal Leipzig anschauen. Das hatte er sich schon vorgenommen, als es noch die DDR gab. Er wird nun von seiner Ehefrau Anne begleitet. So viel zur privaten Seite seines Besuchs in Sachsen. Der dienstliche Teil besteht darin, sich über die Leipziger Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2012 zu informieren. Mitwählen darf Rogge als Präsident zwar nicht, aber er wird seine Eindrücke sicher sofort an die wichtigen Leute innerhalb des IOC weiterleiten.

Die Bedeutung von Rogges Besuch wissen die Leipziger daher genau einzuschätzen. Ein begeisterter IOCPräsident wird ihnen helfen, die nächste Hürde im Bewerbungslauf zu überstehen. Die nächste Hürde wartet am 18. Mai. Dann wird das IOC bekannt geben, welchen der neun Bewerber es den Status „Kandidat für die Olympischen Sommerspiele 2012“ verleiht. Deshalb bereitet sich Leipzig intensiv auf Rogges Besuch vor. „Wir wollen Leipzig zeigen, wie es ist, wie es war. Und wir wollen zeigen, was möglich ist für 2012“, sagt Oberbürgermeister Tiefensee. Mit offiziellen Informationen zum Programm des hohen internationalen Besuches hält sich die Stadtverwaltung bislang zurück. Sie gab am Donnerstag nur bekannt, dass für 19 Uhr ein Pressegespräch mit einem zehnminütigen Statement von Rogge geplant sei und machte auf das „enge Zeitregime“ aufmerksam.

Zu Rogges Programm gehören neben einer Stadtbesichtigung auch ein offizielles Essen und die Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Leipzig. „Er will die Stadt kennen lernen, die anderen Bewerberstädte kennt er schon“, hatte Tiefensee angekündigt. Das Stadtoberhaupt plant offenbar einen Rundflug im Hubschrauber mit ausgewählten Stationen an möglichen Olympia-Schauplätzen und möchte darüber hinaus die Innenstadt „als traditionsreich, lebendig und quirlig“ präsentieren. Oberbürgermeister Tiefensee, der auch IOC-Vizepräsident Thomas Bach und Bundesinnenminister Otto Schily in der Messestadt empfangen wird, machte deutlich, dass er „keine Potemkinschen Dörfer aufbauen“ wolle.

Unterdessen wurde damit begonnen, in der Innenstadt mehrere hundert Fahnen mit dem Flammen-Logo der Bewerbung aufzuhängen. „Wir wollen damit die Wege zu den künftigen Sportstätten hervorheben“, sagte Steffi Würzig, Pressesprecherin der Leipziger Bewerbungs-GmbH.

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