Sport : Probleme von Beginn an

Hertha BSC unterliegt Stuttgart im Ligapokal und hat Ärger wegen Okoronkwo

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Der Lärmpegel in der Düsseldorfer LTUArena erreichte Ende der ersten Halbzeit seinen Höhepunkt. Als Schiedsrichter Wolfgang Stark das Ligapokalspiel zwischen Hertha BSC und dem VfB Stuttgart für die Pause unterbrach, begannen die offiziell 20 395 Zuschauer ausgiebig zu pfeifen, so wenig ansehnliche Szenen hatten sich in der ersten Halbzeit des Spiels ereignet. Und wäre dem Pfiff des Schiedsrichters nach den zweiten 45 Minuten, es stand 0:0, nicht ein Elfmeterschießen gefolgt – die Zuschauer hätten die hohe Dezibel-Zahl vom Ende der ersten Halbzeit wohl noch einmal überboten. Denn nach dem Seitenwechsel des Vorrundenspiels gab es noch weniger Torszenen zu sehen als davor.

Der Auftakt der neuen Fußballsaison geriet zu einer größtenteils drögen Veranstaltung, die vom Elfmeterpunkt entschieden werden musste. Dabei bewiesen die Stuttgarter die besseren Nerven und gewannen schließlich 4:3. Der VfB spielt somit am Dienstag im Halbfinale bei Bayern München. Der erst kürzlich verpflichtete Jon Dahl Tomasson verwandelte den entscheidenden Elfmeter, nachdem zunächst Stuttgarts Andreas Hinkel und später die Berliner Thorben Marx und Niko Kovac nicht getroffen hatten.

In den neunzig Minuten zuvor hatte es eigentlich nur eine richtige Tormöglichkeit gegeben. Herthas Andreas Neuendorf schoss gleich zu Beginn des Spiels aus gut 16 Metern über das Tor. In der 33. Minute wurde Neuendorf zwar erneut in aussichtsreicher Position angespielt, doch er konnte den Ball nicht kontrollieren. Ähnlich erging es Stuttgarts Marco Streller im direkten Gegenangriff. Selbst die Höhepunkte des Spiels regten die Zuschauer immer wieder zu deutlichen Missfallensbekundungen an.

Stuttgarts neuer Trainer Giovanni Trapattoni war wohl der Einzige, dem halbwegs gefiel, was er gesehen hatte. „Ich bin zufrieden“, sagte der Fan der Defensive, „aber wir müssen noch vieles besser machen.“ Sein Gegenüber Falko Götz fand, „dass wir die aktivere Mannschaft waren. Der letzte Biss im Abschluss hat gefehlt.“

Vielleicht hätte Herthas Stürmer Solomon Okoronkwo diesen Biss gehabt. Doch der 18-Jährige stand überraschend nicht im Kader. „Es gibt Probleme mit dem nigerianischen Verband wegen des Spielerpasses“, sagte Götz. „Wir versuchen diese in den nächsten Tagen zu lösen.“

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