Sport : Problemfall Kaiserslautern

Alle Profiklubs erhalten die Lizenz – einige unter Bedingungen

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Berlin (Tsp). Aufatmen bei den 36 deutschen FußballProfiklubs, als gestern Einzelheiten über die Lizenzvergabe der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für die Saison 2004/05 bekannt wurden: Alle Vereine erhalten die Lizenz. Allerdings müssen einige von ihnen bis zum 16. Juni Bedingungen erfüllen. Zu ihnen gehört aus der Ersten Bundesliga der 1. FC Kaiserslautern, aus der Zweiten Liga der 1. FC Union. Hertha BSC erhielt lediglich Auflagen, die mildere Form.

Erleichterung herrschte auch bei Borussia Dortmund und dem Hamburger SV. Bei beiden Vereinen hatte es wegen der finanziellen Situation sogar Befürchtungen gegeben, die Lizenz könne verweigert werden. Vor allem der BVB galt angesichts eines Verlusts von knapp 30 Millionen Euro im ersten Halbjahr als Wackelkandidat. Die DFL prüft in ihrem Lizenzierungsverfahren jedoch nur die Liquidität für die neue Saison, die Verschuldung, so Finanzchef Christian Müller, „ist zunächst einmal nicht Gegenstand unserer Prüfung“. So kann ein Verein seine kurzfristige Liquidität auch durch langfristige Schulden sichern.

In Kaiserslautern gab man sich gelassen. „Die von der DFL aufgetragenen Bedingungen sieht der 1. FC Kaiserslautern für die Bundesliga bereits zum jetzigen Zeitpunkt als erfüllt an“, hieß es in einer Pressemitteilung. Für den Fall des Abstiegs sprach der Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi jedoch von einem „enormen Kraftakt“ für den Klub.

Nach Aussagen von Geschäftsführer Ingo Schiller sind die Auflagen für Hertha „mit denen der Vorsaison identisch“. Es müsse so gewirtschaftet werden, dass sich die finanzielle Situation nicht verschlechtere. Zudem sei wieder der monatliche Soll-Ist-Vergleich zu erstellen. „Mit all dem können wir leben“, sagt Schiller, der allerdings für den Fall des Abstiegs und einem dann um die Hälfte reduzierten Etat einige Klimmzüge erwartet. Einzelheiten über die Bedingungen, die dem 1. FC Union auferlegt werden, wurden nicht bekannt. „Wir haben eine Woche Zeit, um uns zu überlegen, ob wir Einspruch einlegen“, sagte Sprecher Lars Töffling und leugnete damit nicht, dass es für Union schwer wird. Besonders beim Abstieg.

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