Sport : Profis und Profilneurosen Der Streit im Radsport um Armstrong eskaliert

Köln - Jetzt attackiert auch Andreas Klöden seinen Landsmann Linus Gerdemann wegen dessen Kritik am Comeback von Lance Armstrong. Ein merkwürdiges Ränkespiel zwischen alteingesessenen Radprofis und dem Emporkömmling aus Münster machte am Wochenende die Runde. Der 25-jährige Gerdemann leide „an einer kleinen Profilneurose“, sagte Klöden. Gerdemann lasse es an „Respekt“ gegenüber Armstrong fehlen.

Auf die zum Teil heftigen Angriffe Klödens wollte Gerdemann nicht öffentlich reagieren. „Ich werde mir das anhören, und wenn es etwas zu klären gibt, werde ich das direkt mit den Beteiligten tun“, sagte Gerdemann. „Ich habe das Gefühl, Linus will mit allen Mitteln in die Presse“, hatte Klöden gesagt. Und: „Er hat eine kleine Profilneurose. Ich muss mich nicht vor jede Kamera stellen und mich als Retter des Radsports aufspielen. Linus sollte den Ball flach halten und Respekt vor einem siebenmaligen Tour-Sieger zeigen.“

Ihm mangele es in keinem Fall an Respekt vor Armstrong, meinte Gerdemann, der seine veröffentlichten Zitate richtig gestellt wissen wollte: „Ich habe gesagt, dass der Name Armstrong von der Presse immer mit Doping in Verbindung gebracht wird, und dass das nicht 100 prozentig gut für den Radsport ist.“ Die Worte des Milram-Neulings waren nach der Team-Präsentation am 30. Oktober in Dortmund etwas pointierter wiedergegeben worden: Armstrongs Comeback gefährde die Glaubwürdigkeit des um sein Image kämpfenden Radsports.

Der wenig konfliktscheue Texaner hatte darauf gereizt reagiert. Nach einem Zeitfahr-Test im Windkanal von San Diego hatte Armstrong erklärt: „Wer verdammt noch mal ist Gerdemann? Er sollte sich wünschen, in einer Ausreißergruppe lieber nicht mit mir zusammen zu fahren, denn ich kann noch verdammt schnell fahren.“ Im Radsport brauche man „Freunde im Peloton“, riet Klöden Gerdemann zur Zurückhaltung. „Lance war sauer.“ dpa

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