Sport : Profis und Promille

Arminia-Coach Middendorp wurde betrunken von der Polizei erwischt. Schlafend im Auto. Die 25 skurrilsten Alkohol-Anekdoten der Liga

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1 Bielefelds Trainer Ernst Middendorp wurde bereits Mitte der neunziger Jahre alkoholbedingt auffällig. Er bog am Bielefelder Landgericht zu spät ab und landete mit seinem Wagen irrtümlich auf den Straßenbahnschienen. Nicht doof, sprang er auf, wechselte den Sitzplatz und mimte den eingedösten Beifahrer – kam damit bei der Polizei allerdings nicht durch.

2 Sonntags mault Udo Lattek bekanntlich beim „Doppelpass“ über die Liga, vielleicht liegt’s am Glas Wasser mit Zitronenscheibchen (früher gab’s wenigstens kühles Pils). Weggefährten erinnern sich noch heute gern an Latteks Lieblingsgetränk: „Wodka-Feige – aber bitte ohne Feige.“

3 Thorben Marx wurde mal von der Polizei angehalten. Herthas Fußballer war zu schnell unterwegs und nicht angeschnallt, den Polizisten fielen auch die schwer geröteten Augen sowie der Schweiß auf der Stirn auf. Marx: „Ich habe gerade ein Pfeffersteak gegessen.“

4 Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder beendete 1975 die erste Halbzeit der Bundesligapartie zwischen Bremen und Hannover schon nach 29 Minuten. Rechtfertigung: „Ein Bier und ein Malteser zum Mittagessen, das wird doch wohl erlaubt sein!“ Und noch schöner: „Wir sind Männer und trinken keine Fanta!“

5 Die Bayern gewannen 2006 den Meistertitel, im Bus ging es sehr fröhlich zu. Trainer Felix Magath – ein echter Teekenner – trank drei Gläser Champagner und Weißbier, prompt war der Mann so angeschlagen, dass er die Meistersause auf einem gemieteten Schiff auf dem Rhein ausfallen ließ. Bayern-Profi Salihamidzic höhnte, Felix Magath solle lieber „drei Liter Pfefferminztee“ trinken, „davon wird er auch besoffen“.

6 Der Mönchengladbacher Keeper Darius Kampa erstaunte die Gäste eines Hotels in Marbella, als er bei einem Trainingslager der Borussia volltrunken durchs Foyer torkelte und dem Bochumer Coach Peter Neururer bescheinigte: „Du bist überhaupt der beste Trainer.“

7 Uwe Rapolder wurde in Bielefeld „Uwe Wacholder“ genannt. Wir haben leider keine Ahnung, warum.

8 Bayerns Claudio Pizzarro ließ es auf dem Oktoberfest krachen, bestellte einige Maß Weizen und stieg ins Auto. Anschließend durfte er für ein halbes Jahr zum Trainingsplatz laufen. Die Polizei hatte 1,1 Promille festgestellt.

9 HSV-Profi Andreas Sassen ging mit Mario Basler („Marlboro-Mario“) auf Zechtour, wurde mit 1,6 Promille am Steuer erwischt und lachte angeblich die verblüfften Polizisten aus: „Den Führerschein können Sie mir nicht abnehmen. Ich habe gar keinen.“

10 Andreas Sassen war eh ein schwieriger Kandidat. Er trank so viel, dass er mal einen Taxifahrer verdrosch, als der ihm zu langsam fuhr. Die HSV-Fans schufen den Kurvenkracher: „Taxifahr’n mit Sassen!“ Im Oktober 2004 verstummten sie. Andreas Sassen, 36 Jahre alt, starb an einem Hirnschlag.

11 Uli „Eisenfuß“ Borowka war knallharter Fußballer im Werder-Trikot und auch ein Freund der Hartgetränke. Als er seine Frau im Suff verprügelt, steckt ihn die Polizei in die Ausnüchterungszelle. Borowka kam zur Einsicht: Seit sieben Jahren ist er nun trocken.

12 Marcelinho wurde morgens um 10 Uhr schon mal nach einer durchzechten Diskonacht mit einer Alcopop-Flasche in der Potsdamer Straße gesehen – direkt vor dem Tagesspiegel-Büro.

13 Marcelinhos legendärste Nacht fand allerdings nach einer schlimmen Niederlagenserie statt. Ins Bett wie die Kollegen wollte er nicht. Stattdessen zog es ihn auf eine Sambaparty, wo er sich fröhlich bis 4.36 Uhr Bier in den Rachen kippte. Drei Stunden zuvor hatte Herthas Pressechef stinksauer die Disko im Schlafanzug betreten – vergeblich. Im Training rächte sich die Mannschaft. Marcelinho bekam ordentlich „auf die Stöcke“, wie Kollege Preetz knurrte.

14 Gladbach-Fans erzählen über den jungen Lothar Matthäus folgende Story: Der habe mal sein Auto in einen Graben gesteuert und sei geflüchtet. Später soll er nüchtern der Polizei gesagt haben: „Ich musste flüchten, weil ich hatte Angst, dass mein Auto explodiert.“

15 Klaus Toppmöller, einst Stürmer in Kaiserslautern, setzte mal seinen Ferrari vor einen Baum. Daraufhin rannte er weg, hinein in den Pfälzer Wald, und gab etliche Stunden später bei der Polizei zu Protokoll, er habe unter Schock gestanden und sich auch noch im Wald verlaufen. Später räumte er ein: Er war betrunken. Hatte man sich fast schon gedacht.

16 Goldschmied Wilhelm Nagel war entsetzt. Schalke-Manager Rudi Assauer war nach dem DFB-Pokal-Sieg so gut gelaunt und befeuert vom Alkohol, dass er erst das Gleichgewicht verlor und dann den Pokal aus den Händen. Schaden: 32 000 Euro. Assauer übernahm die Rechnung selbst.

17 Mario Basler und Sven Scheuer gingen heimlich in Regensburg einen heben. Pech: Es entwickelte sich eine Schlägerei mit Gästen in der aufgesuchten Pizzeria, die Polizei rückte an, die Presse erfuhr’s und auch Trainer Hitzfeld. Der schnaufte empört: „Das wird teuer. Sie hätten längst im Bett sein müssen!“

18 Showdown im Bielefelder Schnellrestaurant. Nach einer fröhlichen Zecherei ging Spieler Ansgar Brinkmann einen McDonald’s-Gast an: „Ich habe gerade 800 Mark für Schampus ausgegeben und immer noch 2 Millionen auf dem Konto.“ Spontaner Konter des Angepöbelten: „Dann leg doch mal zwanzig Mark für eine anständige Frisur hin.“

19 Und noch mal Ansgar Brinkmann. Der wurde mit seinem Porsche von der Osnabrücker Polizei gestoppt, stieg zunächst auch brav aus, wetzte dann aber plötzlich davon. Die Polizei und Brinkmanns Beifahrerin schauten erstaunt. Erst am Mittag des nächsten Tages gab Brinkmann auf dem Polizeirevier seine Autoschlüssel ab.

20 Und weil’s so schön ist. Brinkmanns hübscher Spruch auf dem Anrufbeantworter: „Bin bis fünf Uhr morgens in meiner Stammkneipe zu erreichen.“

21 Ob es tatsächlich so passiert ist? Meistertrainer Max Merkel wagte einst ein Experiment: „Im Training habe ich mal die Alkoholiker meiner Mannschaft gegen die Antialkoholiker spielen lassen. Die Alkoholiker gewannen 7:1. Da war’s mir wurscht. Da hab i g’sagt: Sauft’s weiter.“

22 Eines Nachts in den Achtzigern klingelt bei Werder Bremens Manager Willi Lemke das Telefon, die Spieler Norbert Meier und Jonny Otten am Apparat. Sie haben in einem Bordell ein paar Getränke zu sich genommen und wohl auch andere Dienstleistungen in Anspruch genommen. Jetzt können sie die Rechnung nicht bezahlen. Lemke verspricht zu kommen, aber er stellt eine Bedingung: Beide müssen neue Verträge akzeptieren, die dem Verein viel Geld sparen. Lemke zahlt, und noch im Puff geben die beiden ihre Unterschrift.

23 Carsten Pröpper, Spieler des FC St. Pauli, pinkelte mit reichlich Oktan im Blut im Trainingslager in Südspanien an eine Hotelpalme. Klub-Präsident Weisener musste sich bei der Hotelleitung entschuldigen.

24 Eher traurig als lustig: Bundesliga-Trainer Branko Zebec war schwerer Alkoholiker. Seine Auszeiten nahm er sich mitunter auch auf der Trainerbank. Die Legende besagt: Einmal soll er während eines Elfmeters für den Gegner aufgeschreckt sein, um sich hinterher zu beschweren: „Wie kann der Mann so frei zum Schuss kommen?“

25 Um nicht nur die alkoholisierten Profis zu Wort kommen zu lassen, hier ein Mann von der Null-Promille-Fraktion, Jürgen Kohler nämlich: „Wenn es hoch kommt, dann habe ich, ausgenommen die Feiern nach dem Gewinn der Champions League und der Europameisterschaft, vielleicht fünf Flaschen Bier in fünf Jahren getrunken.“ Das ist nicht wirklich viel.

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