Protest gegen Ticketpreise : Eisbären-Fans planen Boykott-Aktion

Weil bei den Eisbären die Ticketpreise für Dauerkarteninhaber zur neuen Saison drastisch erhöht werden sollen, planen die Fans des deutschen Eishockeymeisters für das erste Play-off-Spiel gegen Hamburg eine spektakuläre Protestaktion.

Sebastian Schuldt
Derzeit nicht in Feierlaune. Die Eisbären-Fans diskutieren über die geplanten Preiserhöhungen für Dauerkarten.
Derzeit nicht in Feierlaune. Die Eisbären-Fans diskutieren über die geplanten Preiserhöhungen für Dauerkarten.Foto: dpa

Wenn die Eisbären am 20. März ihr erstes Viertelfinalspiel in den Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Hamburg Freezers in der Arena am Ostbahnhof austragen, wird die Mannschaft wohl auf die Unterstützung ihrer treuesten Fans verzichten müssen. Nach der Ankündigung seitens des Vereins, die Preise für Dauerkarten in der nächsten Saison deutlich zu erhöhen, diskutierten rund 450 Fans am Mittwoch im rappelvollen Club Bi Nuu am Schlesischen Tor mögliche Protestaktionen.

Dabei wurde schnell klar, dass die Eisbären-Anhänger ein deutliches Signal setzen wollen. Statt die Eisbären-Hymne vor dem Spiel mitzusingen, soll der Text abgewandelt werden in: "Eure Kartenpreise sind absolute Scheiße, ihr wollt nur noch Kohle. Nicht mit uns." Geht es nach dem Willen der eingefleischten Fans soll das auch schon das letzte sein, was an diesem Tag von Dauerkarteninhaber zu hören sein wird. Denn pünktlich mit Spielbeginn wollen sie die Halle verlassen - und auch nicht mehr wiederkehren. Das Spiel soll stattdessen via Public Viewing außerhalb der Arena am Ostbahnhof verfolgt werden.

Ziel ist es, möglichst viele Zuschauer aus dem Dauerkartenbereich zum Mitmachen zu bewegen. Im Idealfall könnten so rund 4000 Menschen die Halle mit dem ersten Bully verlassen, die 1.200 Stehplatzkarten- und die etwa 3.000 darum gruppierten Sitzplatzkarteninhaber. Die leeren Plätze sollen dann mit schwarzen Papierblättern bedeckt werden - als Zeichen der Trauer. Auch außerhalb der Halle wollen die Eisbären-Fans protestieren, beispielsweise sollen T-Shirts mit dem Aufdruck "Eishockey muss bezahlbar bleiben" für fünf Euro verkauft werden. Auch eine Flyer-Aktion ist geplant.

Die Fans stören sich insbesondere an der Art und Weise, wie ihnen seitens des Klubs die geplanten Preiserhöhungen mitgeteilt wurden. Die Erklärung, dass Dauerkartenbesitzer lukrative Plätze blockieren würden, die mit einem Einzelticket teurer verkauft werden könnten, wird als arrogant empfunden.

Dass der Boykott dem eigenen Team durchaus schaden könnte, spielte an am Mittwoch im Bi Nuu eher eine untergeordnete Rolle. Die Fans, zumindest die die anwesend waren, schienen entschlossen, ihren Protest um jeden Preis durchziehen zu wollen und dafür auch möglichst andere Eisbären-Anhänger zu gewinnen. Und schließlich sei es ja auch nur das erste Spiel in der Play-off-Serie gegen die Hamburger.

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