Sport : Protestantischer Kick

Benedikt Voigt

freut sich auf WM-Übertragungen in Kirchen Es dürfte kein Zufall sein, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ausgerechnet jetzt eine ungewöhnlichen Veranstaltung bekannt gibt. Zurzeit nämlich stehlen ihr die Katholiken mit Papst Benedikt XVI. die Show. Was können wir tun, dürfte man bei der EKD überlegt haben, ohne gleich einen Papst wählen zu müssen? Wer sonst kann die Menschen so begeistern, dass sie sich in Sonderzüge und Busse setzen, Fahnen schwenken und spontan Sprechchöre anstimmen? Die Antwort war schnell gefunden: der Fußball.

Gestern hat sich die EKD bei der Agentur Infront die Übertragungsrechte für nicht kommerzielle Anbieter für die Fußball-WM 2006 gesichert. Nun dürfen während der WM in den Gemeindehäusern und sogar in den Kirchen Fußballspiele auf Leinwänden live übertragen werden. Die Übertragung in den Gotteshäusern ist noch umstritten, der Raum sei eigentlich einer anderen Bestimmung zugedacht, heißt es. Trotzdem sollte man auch das ernsthaft überlegen. Der Fußball wird die Kirchen füllen, und anschließend kann der Pastor den Siegern Demut predigen und den Verlierern Trost spenden.

Überhaupt sollte sich die EKD auch um die Bundesligarechte bemühen. Der Sportschau könnte ernsthafte Konkurrenz erwachsen, denn Fußball und Gottesdienst würden einen Doppelevent bilden. Auch die Jugend wird sich wieder mehr für die Kirche begeistern und nur wenige Frauen werden ihren Mann ernsthaft aufhalten wollen, wenn er sagt: „Schatz, ich geh’ jetzt in die Kirche.“

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