Protestbrief : Gladbach-Spieler beschweren sich über Hans Meyer

Beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Mönchengladbach herrschen Unruhe und Verwirrung: Die Borussia-Profis haben Medienangaben zufolge einen Protestbrief gegen ihren Trainer Hans Meyer verfasst.

Dietmar Fuchs[dpa]
Hans Meyer
Manchmal etwas zu schroff. Trainer Hans Meyer zeigt seinen Spielern, wo es langgeht. -Foto: dpa

Mönchengladbach/DüsseldorfKlub-Sprecher Markus Aretz bestätigte am Dienstag die Existenz des anonymen Schreibens, das während des Trainingslagers Mitte Januar in Gran Canaria an Vereinspräsident Rolf Königs übergeben wurde. "Es ist kein Protestbrief gegen Hans Meyer", erläuterte Aretz. Das Schreiben sei ohne Unterschriften überreicht worden. Zu 20 Prozent hätten die Spieler Details über personelle Veränderungen erfahren wollen. Zu 80 Prozent sei es um einen ehemaligen Physiotherapeuten der Borussia gegangen.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen sich die Spieler jedoch unter anderem über Umgangsformen ihres Trainers beschwert haben. Der Verein nehme das Anliegen "ernst", wie Sportdirektor Max Eberl erläuterte. Die Spieler hätten sich laut "Bild" "schockiert" darüber gezeigt, dass ihre von Meyer nicht mehr berücksichtigten sieben Kollegen nicht mehr mittrainieren oder sich in derselben Kabine umziehen dürften.

Borussen üben sich in Solidarität

"Wir wollten mit dem Brief unsere Solidarität mit den betroffenen Spielern zeigen. Wir haben als Mannschaft immer gut zusammengehalten. Es hätte ja jeden von uns erwischen können", wird Borussia-Spielführer Filip Daems zitiert. In einer Reaktion vom Dienstag sagte Daems allerdings, "das Ding" sei für ihn erledigt. "Wir nehmen das Anliegen der Spieler ernst. Wir haben ihnen inzwischen zu erklären versucht, warum diese Trennungen nötig waren", meinte Eberl. Der Coach wolle eben nur noch mit einer kleinen Gruppe arbeiten, und dafür brauche man Ruhe, ergänzte er.

Besonders verärgert hätten die Spieler auf Meyers Spott reagiert. "Bild" zitierte den Trainer mit den Worten, die nicht mehr berücksichtigten Profis bekämen "übrigens weiter ihr Gehalt, Monat für Monat, ohne dass sie dafür arbeiten müssen". Es gebe Schlimmeres. Unmut äußerte auch Nationalspieler Marko Marin. Der Zeitung "Express" (Dienstag-Ausgabe) sagte er, mit der jetzigen Situation könne er nicht zufrieden sein. "Ich spiele nicht regelmäßig und werde eben oft vom Trainer kritisiert", meinte der 19-Jährige.

In den Rückrundenspielen beim VfB Stuttgart (0:2) und gegen 1899 Hoffenheim (1:1) war Marin ein- und ausgewechselt worden. Der von anderen Klubs umworbene Spieler hat nach "Express"-Angaben mit den Borussia-Verantwortlichen noch nicht über eine Vertragsverlängerung gesprochen. "Klar ist, dass ich mich weiterentwickeln will", sagte er. Die WM 2010 sei sein Ziel, "deshalb muss ich regelmäßig spielen. Auch international würde ich gern einmal spielen. Ich muss zuerst sehen, wie sich Gladbach entwickelt", ergänzte Marin.

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