Proteste gegen Trainer : Di Canio redet nicht mehr über Politik

Während die Fans protestieren will der umstrittene neue Trainer des AFC Sunderland nicht mehr über seine politischen Ansichten sprechen. "Mein Leben spricht für mich", sagt Paolo di Canio, der sich früher offen als Faschist bezeichnete.

Römischer Gruß. 2005 zeigte Paolo di Canio als Spieler von Lazio Rom den Fans die faschistische Geste. Foto: dpa
Römischer Gruß. 2005 zeigte Paolo di Canio als Spieler von Lazio Rom den Fans die faschistische Geste.Foto: dpa

Paolo di Canio, umstrittener neuer Trainer des englischen Fußball-Erstligisten AFC Sunderland, will nicht mehr über seine politischen Ansichten sprechen. „Ich muss dies nicht mehr beantworten“, sagte der Italiener am Dienstag bei seiner Vorstellung auf die Fragen, ob er sich weiterhin als Faschist bezeichnen würde.
„Die Fans sollen denken, mein Leben spricht für mich.“ Di Canio hatte sich in seiner Zeit als Spieler mehrfach mit offen rechtsradikalen Aktionen und Äußerungen ins Abseits manövriert. 2005 sagte er: „Ich bin ein Faschist, aber kein Rassist“. Damals war er vom italienischen Fußballverband für ein Spiel gesperrt und mit einer Geldstrafe von 10 000 Euro belegt worden. Er hatte sich wiederholt im Stadion mit dem zum sogenannten römischen Gruß erhobenen rechten Arm von seinen Fans bei Lazio Rom verabschiedet.
Die Verpflichtung des 44-Jährigen beim abstiegsbedrohten Tabellen-16. Sunderland hatte für Wirbel gesorgt, Ex-Außenminister David Miliband war als Vorstandsmitglied zurückgetreten. Auch von den Fans hagelte es Kritik. Eine Facebook-Seite mit dem Titel „Sunderland gegen Faschist di Canio“ hatte am Dienstagmittag mehr als 3500 Anhänger. Eine Vereinigung von Bergleuten, die traditionell dem Club nahestehen, will laut Medienberichten ein historisches Banner aus dem Stadion entfernen, sollte der umstrittene Italiener Trainer bleiben.


Nach Angaben der Boulevardzeitung „The Sun“ wollen zudem ehemalige Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben, wegen der Ernennung Di Canios die Spiele des Vereins boykottieren.
Am Montag hatte di Canio in einem Statement zu seiner politischen Einstellung gesagt, von Rassismus zu sprechen, sei „absolut dumm, dumm und lächerlich“. „Natürlich tut es weh, wenn Leute versuchen, dir deine Würde zu nehmen. Das ist nicht fair“, sagte der Italiener.
„Wenn ich jemanden verletzt haben sollte, tut es mir leid.“ Am Dienstag verwies er auf dieses Statement und blockte weitere Fragen ab: „Ich bin keine politische Person. Ich werde nur über Fußball sprechen.“ (dpa)

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