Proteste : Polizei in Peking löst Pro-Tibet-Demonstration gewaltsam auf

Die chinesische Polizei hat eine pro-tibetische Demonstration in Peking gewaltsam aufgelöst und dabei Augenzeugen zufolge einen britischen Journalisten misshandelt. Zwei Protestteilnehmer seien festgenommen worden, sagten Augenzeugen am Mittwoch.

Die beiden Demonstranten hatten demnach kurz zuvor in der Nähe der olympischen Sportstätten ein Transparent mit der Aufschrift „Free Tibet“ enthüllt. Der China-Korrespondent John Ray von der britischen Fernsehgesellschaft ITN, dessen Team den Protest filmen wollte, wurde Augenzeugen zufolge von Polizisten brutal zu Boden gerissen und über den Boden bis zu seinem Fahrzeug geschleift.

Ray wurde danach nach eigenen Worten und nach den Angaben eines seiner Kollegen von den Polizeibeamten in ein Restaurant gezerrt und dort 20 Minuten lang gewaltsam festgehalten. Die Polizisten hätten ihn auf den Boden gedrückt und seien ihm auf die Hände getreten. „Ich habe versucht, ihnen zu erklären, dass ich ein britischer Journalist bin, aber sie wollten mich nicht einmal meine Ausweisdokumente zeigen lassen“, berichtete Ray. Die Beamten hätten sich „sehr grob“ verhalten. Der ITN-Kameramann Ben England sagte, die Polizisten hätten ihn grob am Filmen des Protests gehindert und seine Kamera mit Schirmen verdeckt.

Bei pro-tibetischen Demonstrationen am Wochenende waren auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mehrere ausländische Demonstranten festgenommen worden. Fünf Tibet-Aktivisten hatten sich am Samstag an dem symbolträchtigen Ort in tibetische Fahnen gehüllt und auf den Boden gelegt. Am Sonntag wurden erneut fünf Demonstranten festgenommen. (AFP)

Mehr dazu: Die deutsche Tibet-Aktivistin schildert im Interview mit Tagesspiegel Online, wie sie auf dem Platz des Himmlischen Friedens verhaftet wurde.

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