Sport : Prozess gegen Hoyzer ab 18. Oktober

Die Beschuldigten des Wettskandals vor Gericht

-

Berlin Jetzt ist der Termin offiziell bestätigt worden, der schon lange kursierte: Das Verfahren gegen den früheren Schiedsrichter Robert Hoyzer aus Berlin, eine der Schlüsselfiguren im Fußball-Wettskandal, beginnt am 18. Oktober vor der 12. Kammer des Landgerichts Berlin. Dies teilte gestern die Pressestelle des Landgerichts mit. Auf der Anklagebank werden zudem Ante S., der als Drahtzieher der ganzen Affäre beschuldigt wird, sowie dessen Brüder Milan und Filip, aber auch der frühere Schiedsrichter Dominik Marks und der Ex-Profi Steffen Karl sitzen. Der Vorwurf lautet in allen Fällen auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug. Die Angeklagten sollen teilweise mehr als 20 Spiele manipuliert haben oder zumindest einen Manipulationsversuch unternommen haben. Hoyzer und Ante S. haben Geständnisse abgelegt.

Der Skandal wurde am 19. Januar durch vier Schiedsrichter enthüllt, die dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) mitteilten, es gebe Hinweise, dass Hoyzer Spiele manipuliert habe, um Wettgewinne zu erzielen. Hoyzer legte nach kurzem Leugnen ein umfassendes Geständnis ab. Er bestätigte, mehrere Spiele manipuliert zu haben. Er habe den Auftrag dazu von Ante S. erhalten, dessen Bruder Milan das Café King in Berlin betrieben hat. Auch Filip S. sei an den Manipulationen beteiligt gewesen. Bei einer Razzia der Polizei wurden alle drei Brüder festgenommen. Ante S. sitzt seither in Haft.

Hoyzer belastete in seiner Aussage auch Dominik Marks, an Manipulationen beteiligt gewesen zu sein. Steffen Karl gestand, er habe vergeblich versucht, den damaligen Cottbuser Torhüter Georg Koch zu einer Manipulation zu überreden. Zwischenzeitlich war auch Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen unter Verdacht geraten. Er wurde rehabilitiert. Die Gebrüder S. sollen durch die Manipulationen bei Wetten mindestens 1,1 Millionen Euro verdient haben. fmb

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben