Sport : Prust! Tröööt!

Esther Kogelboom begrüßt die Legalisierung der südafrikanischen Vuvuzela

Esther Kogelboom

Inmitten der vielen Schreckensnachrichten, die uns aus Südafrika erreichen, gibt es eine gute: Sollte die WM 2010 nun doch am Kap ausgetragen werden, ist die Vuvuzela (gesprochen: Wuwusela) in den Stadien offiziell erlaubt. Bei der Vuvuzela handelt es sich um eine etwa 50 Zentimeter lange Plastiktröte; daher gab es zunächst Sicherheitsbedenken. Man könnte damit nämlich ohne Weiteres jemanden verkloppen.

Dem schmalen Rohr auch nur einen kläglichen Ton zu entlocken, ist für ungeübte Europäer mit großem Speichelverlust verbunden. Die Südafrikaner dagegen sind Weltmeister in der Tröten-Handhabung: Wenn 10 000 Vuvuzelas gleichzeitig erklingen, entsteht eine unverwechselbar dumpfe, vibrierende Geräuschkulisse, die mit nichts zu vergleichen ist, was man aus europäischen Stadien kennt und einem Schauer über den Rücken jagt.

Danny Jordaan, Chef des Organisationskomitees vor Ort, sagt dazu: „Das wird die lauteste Fußball-WM, die es je gab.“ Vorausgesetzt natürlich, es gelangen überhaupt ein paar südafrikanische Fans in die Stadien. Alle anderen werden dem Zulu-Instrument nur ein lahmes Fauchen entlocken können. Wirklich: Nichts klingt trauriger als das Geräusch einer kraftlosen Vuvuzela.

Jetzt fehlt nur noch, dass die Fifa Boerewoers zum lizensierten Budweiser genehmigt. Denn ohne die traditionelle Fettwurst, den Lieblingssnack der Buren, geht man in Südafrika erst gar nicht ins Stadion. Aber vor dem Vuvuzela-Prusten bitte unbedingt erst den Mund leer machen.

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