Sport : Pumuckl beim Marathon

Dietmar Mücke sammelt laufend für gute Zwecke.

Ja Servus, habe die Ehre. Dietmar Mücke mit Haile Gebrselassie beim Start zum Berlin-Marathon 2011. Foto: dpa
Ja Servus, habe die Ehre. Dietmar Mücke mit Haile Gebrselassie beim Start zum Berlin-Marathon 2011. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin/Kerschdorf - Dietmar Mücke läuft barfuß Marathon. 42,195 Kilometer ohne Schuhe, über asphaltierte Straßen deutscher Großstädte wie Berlin, Hamburg oder Köln. Die nackten Füße sind dabei Teil eines Kostüms: Dietmar Mücke läuft als Pumuckl. Mit roter Perücke, roten Punkten im Gesicht, gelbem Shirt und grüner Hose.

Die Auftritte von Dietmar Mücke sind Werbung in eigener Sache – als Benefiz-Läufer sammelt der 49 Jahre alte Bayer bei zahlreichen Veranstaltungen jedes Jahr Spenden für wohltätige Zwecke. „Man muss sich immer ein bisschen den Arsch aufreißen, damit die Leute den Geldbeutel aufmachen“, sagt Mücke. „Du musst die Leute immer da ansprechen, wo sie in Massen auftreten. Viele Menschen glauben inzwischen, überall wo ich auftrete, sammele ich Spenden. Das stimmt aber nicht.“

Das Geld erläuft Dietmar Mücke zum größten Teil nicht bei den großen Veranstaltungen, sondern vielmehr als Teilnehmer von Benefizläufen quer durch Deutschland. Auf rund 200 000 Euro an Spenden binnen zwölf Jahren kam der Mann aus Kerschdorf in Bayern nach eigenen Angaben bis 2007. Wie viel es inzwischen geworden ist, kann Dietmar Mücke nicht sagen. Schließlich sei er oft Organisator einer ganzen Gruppe von Läufern, die für gute Zwecke sammeln – und ob er dann nur den eigenen Beitrag oder das Ergebnis aller als sein ersammeltes Geld bezeichnen soll, darüber will er sich den Kopf nicht mehr zerbrechen. „Es ist auch nicht wirklich wichtig.“

Angefangen hatten seine Sammelaktivitäten 1995, als ein Kindergarten im Nachbarort mit einem Straßenfest Geld für die Renovierung einnehmen wollte. Beim deshalb veranstalteten Benefizlauf machte Mücke mit, 48 Kilometer bis Altötting. Im Jahr darauf steckte der Kindergarten seiner Tochter in einer ähnlichen Situation, der Vater organisierte dieses Mal selbst einen Lauf – und sammelte mit der Veranstaltung 15 000 Mark. „Wenn ich singen könnte, dann würde ich es auch so machen“, sagt Mücke. „Aber das kann ich nicht. Mein Ding ist halt das Laufen.“

Inzwischen ist Dietmar Mücke als Pumuckl in der Läufer-Szene bekannt. Zuschauer und Sportler feuern ihn an, lassen sich mit ihm fotografieren, wollen seine Geschichte kennenlernen – und geben dem drahtigen Mann die Kraft für seine Barfuß-Läufe, wie der Bayer Mücke berichtet. „Die Energie, die ich investiere, die bekomme ich bei einem Lauf von den Leuten tausendfach zurück“, sagt er.

Seine beiden Kinder brachten ihn auf die Idee, ohne Schuhe zu laufen. Erst machte er es hin und wieder, dann auf längeren Strecken, schließlich verzichtete Mücke in ganzen Läufen auf seine Laufschuhe. Das passende Kostüm, um bei den großen Marathons Aufmerksamkeit und Barfuß-Laufen möglichst effektiv zu gestalten, war dann der Kobold aus dem Fernsehen – seit 1999 sein zweites Ich. „Der Pumuckl, das ist Dietmar Mücke. Das ist meine Person und meine Berufung“, sagt Dietmar Mücke. dpa

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