Sport : Punkt und Trainer gewonnen

Der MSV Duisburg spielt 1:1 in Mainz und verpflichtet Jürgen Kohler bis 2007

Daniel Meuren[Mainz]

Vor wenigen Wochen erregte der Fußballtrainer Peter Neururer große Aufmerksamkeit, weil er sich während eines Spiels gegen ein Angebot des 1. FC Nürnberg entschied. Zu schwach habe der „Club“ agiert, ließ er von zu Hause aus wissen. Ob Jürgen Kohler ebenfalls erst während des gestrigen 1:1 des MSV Duisburg beim FSV Mainz 05 entschieden hat, Nachfolger des vom DFB suspendierten und daraufhin in Duisburg entlassenen Norbert Meier zu werden? Schließlich gelang den Duisburgern vor 20 000 Zuschauern kurz vor Schluss der Ausgleich. Das macht wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Jedenfalls haben die Duisburger den Sturz auf den letzten Platz abgewendet, was Interimscoach Heiko Scholz als „ganz kleines Weihnachtsgeschenk der Mannschaft“ an den neuen Trainer bewertet wissen wollte. Vereinschef Walter Hellmich gab die Verpflichtung Kohlers nach Schlusspfiff in den Katakomben des Bruchwegstadions bekannt. Der 40-Jährige wird bei den Rheinländern einen Vertrag mit eineinhalb Jahren Laufzeit erhalten. Nach den Worten Hellmichs soll er nicht nur als Cheftrainer fungieren, sondern darüber hinaus erweiterte Kompetenzen als Sportdirektor bekommen. Dafür werde dem Weltmeister von 1990 und ehemaligen Trainer der U-21-Nationalmannschaft ein „sehr guter Mann“ im Trainingsalltag zur Seite gestellt, den der MSV Duisburg am Sonntag vorstellen will. Heiko Scholz wird künftig wieder ins zweite Glied rücken und als Assistent in dem Trainerteam arbeiten. „Jürgen Kohler ist ein Mann, dem ich schon vor drei Jahren gesagt habe, dass er hier irgendwann mal auf der Bank sitzen wird“, sagte Hellmich.

Scholz hat Kohler immerhin kein Chaos übergeben. Den Ausgleichstreffer erzielte Uwe Möhrle vier Minuten vor dem Abpfiff. Es war die Belohnung für eine enorme kämpferische und spielerische Steigerung in der zweiten Halbzeit. Die Mainzer hatten es zuvor versäumt, ihre drückende Überlegenheit in der ersten Hälfte in mehr als nur das sehenswerte Freistoßtor von Antonio da Silva in der 27. Spielminute umzumünzen. „Das Ergebnis geht in Ordnung, weil wir zu früh aufgehört haben mit dem Fußballspielen“, sagte der Mainzer Trainer Jürgen Klopp. „Wir gehen aber dennoch nicht unzufrieden in die Winterpause.“

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