Sport : Punktsieg für Blatter

Der Weltmeister 2002 wird fürstlich belohnt, und Fifa-Präsident Joseph Blatter hat seine Kritiker zumindest vorübergehend zum Schweigen gebracht. Der Schweizer präsentierte sich nach einer viereinhalb Stunden dauernden Sondersitzung des Exekutiv-Komitees in Zürich als redseliger Punktsieger, während sein schwedischer Widersacher Lennart Johansson wortlos und sichtlich zerknirscht die Verbandszentrale verließ. Denn die in der Vorwoche noch von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) angekündigte Offensive gegen Blatter endete als Sturm im Wasserglas.

"Wir haben für Transparenz gesorgt", sagte Blatter nach dem Treffen vergnügt: "Jetzt kann jeder seine Hausaufgaben machen." Nachdem die Exekutiv-Mitglieder am 30. November in Busan mehr Details zur Finanz-Situation des Verbandes eingefordert und Blatter die Gefolgschaft verweigert hatten, präsentierte sich der Fifa-Chef beim Nachsitzen offensichtlich bestens gerüstet. Den Nörglern vor allem aus den Uefa-Reihen drückte er ein rund 100 Seiten dickes Werk mit Details zu den abgelaufenen drei Geschäftsjahren in die Hand. Die Forderung der Uefa nach einer Untersuchungskommission wischte er vom Tisch. Es läge bereits ein unabhängiger Prüfungsbericht der Firma KPMG vor. Außerdem einigten sich Fifa und Uefa beim WM-Preisgeld auf einen Kompromiss, der weitaus leistungsbezogener ist als bisher. Mit 201 Millionen Schweizer Franken (260 Millionen Mark) werden 51 Prozent mehr ausgeschüttet als 1998. Der künftige Weltmeister bekommt umgerechnet rund 16,1 Millionen Mark.

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