Sport : Punktsieg vor Gericht

Richter weist die Klage der Klitschkos ab

Michael Rosentritt

Berlin - Den Kampf vor dem Gericht haben die Klitschkos verloren. Gestern wies Richter Kai Mückenheim vor dem Landgericht Hamburg die Klage von Witali und Wladimir Klitschko gegen die Universum Box-Promotion des Hamburger Promoters Klaus-Peter Kohl ab. Die Schwergewichtler aus der Ukraine, die seit 1996 bei Kohl unter Vertrag stehen, hatten darauf geklagt, dass ihre Verträge zum 30. April 2004 geendet haben.

„Das Gericht ist zur Auffassung gelangt, dass die Vertragsverhältnisse nicht bereits am 30. April 2004 ihr Ende gefunden haben“, sagte Mückenheim und bestätigte damit die Auffassung von Kohl, dass Ausfallzeiten durch Verletzungen der Boxer auf das datierte Vertragsende zuzurechnen seien. Allerdings stellte der Richter fest, dass die Verträge in der Zwischenzeit beendet sind. So hat der Vertrag von WBC-Weltmeister Witali Klitschko am 22. Oktober geendet, der von Wladimir lief am 22. Juni aus.

„Gut ist, dass die Verträge beendet sind und beide weitere Kämpfe planen können“, sagte Sebastian Cording, der Rechtsvertreter der Klitschkos, „außerdem heißt das, dass ihre letzten Kämpfe ebenfalls außerhalb der Vertragslaufzeit mit Kohl stattgefunden haben. Schadenersatz ist deshalb nicht zu befürchten.“

Aber genau das prüft jetzt der Universum-Stall. „Entscheidend ist, dass der Richter geurteilt hat, dass die Ausfallklauseln in unseren Verträgen rechtswirksam sind“, sagte Kohl, „wir haben jetzt bereits Anspruch auf Schadenersatz. Dieses Urteil ist ein schöner Erfolg für uns.“

Zunächst soll aber die Urteilsbegründung geprüft werden. Doch auf die Klitschkos kommt sehr wahrscheinlich eine Klage auf Schadenersatz in Millionenhöhe zu. Nicht für die beiden letzten Kämpfe, die sie im Oktober (Wladimir) und am vergangenen Wochenende (Witali) bestritten und in Eigenregie vermarktet haben. Es geht um Kämpfe, die sie seit dem 30. April bis zum nun festgestellten Vertragszeitraum nicht bestritten haben. Promoter Kohl hatte nach dem 30. April beiden Boxern einige Kampftermine angeboten, die die Klitschkos ihrerseits jeweils abgelehnt hatten.

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