Sport : Quälender Qualitätsfußball

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Der Ball rollte. Schnell, einfach, ohne Schnörkel. Fast war es wie früher, im vergangenen Jahr. Als die Fußball-Profis von Bayer Leverkusen am Mittwoch so richtig Spaß an ihrem Job gefunden hatten, wurde es im Ostseestadion still. Diesen Männern bei der Arbeit zu zuschauen – es kann wunderbar sein. Oder qualvoll, wenn man jenem Abend Fan von Hansa Rostock war.

Unentschieden in Cottbus und gegen Dortmund, dann vier Gegentore gegen Bochum – Bayer hatte einen schlechten Start hingelegt. Die Mannschaft verkrafte nicht die Abgänge von Zé Roberto und Ballack, haben viele gesagt, es werde es eine harte Saison. Dann zeigte Bayer plötzlich beim 3:1 in Rostock die alten Qualitäten. Nowotny, Placente, Berbatow, Sebescen sind verletzt. Leverkusen aber spielte, als habe die Mannschaft nie in einer anderen Formation gespielt.

Stürmer Thomas Brdaric sagte: „Das ist endlich wieder Fußball“. Er hatte Leverkusens zweites Tor erzielt. Erst umkurvte er Jakobsson, der sich dabei nicht viel eleganter als ein Lastwagen bewegte, dann schoss er Kientz und Torhüter Schober durch die Beine. Die Beinschüsse waren glücklich, aber sie sahen gewollt aus, so schön. Und richtig schönen Fußball – den spielte nur Bayer. So wie in der vergangenen Saison.

Trainer Klaus Toppmöller sagte: „Das war unser bestes Spiel im letzten Vierteljahr. Die Mannschaft hat die alten Tugenden wiederentdeckt.“ Draußen stand Ulf Kirsten, der gefährlichste Stürmer der vergangenen Jahre. Heute ist er Stand-by-Profi. In Rostock saß er erstmals wieder auf Bank. Hätte Kirsten mitgespielt, es wäre wirklich alles wie früher gewesen. André Görke

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