Sport : Qualifikation für die Quote

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Benedikt Voigt über die Probleme

von RTL mit Sven Hannawald

Heute möchten wir den Freunden des Skispringens einen Tipp geben. Falls Sie österreichisches Fernsehen empfangen können und wenn Sie umfassend informiert sein wollen, empfiehlt es sich, beim heutigen Qualifikationsspringen in Bischofshofen ORF 1 einzuschalten. Dort nämlich wird Sven Hannawald schon gegen 13.30 Uhr sagen, dass er die Qualifikation auslassen wird. Bei RTL dauert es noch zwei Stunden länger, zufällig bis kurz vor Ende der Sendung, ehe auch der deutsche Fernsehsender seinen Zuschauern mitteilt, dass Hannawald mal wieder auf seinen Sprung verzichten wird. So geschehen zuletzt in Innsbruck.

RTL hat ein Problem mit Sven Hannawald. Der Mann, der in Deutschland die beste Quote verspricht, fehlte nun schon zum siebten Mal bei den Qualifikationsspringen der Vierschanzentournee. Er kann es sich leisten, als einer der 15 Führenden im Weltcup ist er für das Hauptfeld qualifiziert. Er muss dann zwar im K.o.-Durchgang gegen den Qualifikationsbesten springen, doch meistens gewinnt er dieses Duell. Oder er qualifiziert sich als einer der besten fünf Verlierer für den Finaldurchgang. Auch Adam Malysz lässt inzwischen die Qualifikation aus. Was wiederum RTL nicht gefallen kann.

Der Sender, der 70 Millionen Euro für fünf Jahre bezahlt, muss eine zweistündige Live- Sendung ohne Stars übertragen. „Man muss sich etwas überlegen“, sagt der RTL-Informationsdirektor Hans Mahr. Den Ausreden von Hannawald glaubt er längst nicht mehr. „Es kann ja wohl nicht ernsthaft sein, dass die Qualifikation auf der Tournee zu anstrengend ist“, sagt Mahr, „dann müssten ja alle anderen physische Probleme haben.“ Sein Wort hat Gewicht. Der Skiweltverband hat bereits angekündigt, sich nach dieser Saison Gedanken über den Modus zu machen. Der österreichische Verband schlägt vor, dass die Qualifikation für alle Springer verbindlich sein müsse. Es wird etwas passieren, damit auch die Zuschauer an den Schanzen mehr von der Qualifikation haben. Und RTL nicht länger Informationen zurückhalten muss.

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