Qualifikation zur EM 2016 : Wer noch alles nach Frankreich will

Die Qualifikation für Frankreich läuft noch. In den Play-offs kämpfen acht Mannschaften um die letzten vier EM-Plätze - von der Ukraine bis Schweden

Sascha Haddad, Frida Peters
Hiergeblieben! Aber Zlatan Ibrahimovic (rechts) will sich nicht runterziehen lassen und noch zur EM fahren. Foto: AFP/Nackstrand
Hiergeblieben! Aber Zlatan Ibrahimovic (rechts) will sich nicht runterziehen lassen und noch zur EM fahren.Foto: AFP/Nackstrand

20 von 24 Mannschaften haben sich für die Europameisterschaft in Frankreich qualifiziert. Die Türkei schaffte als bester Gruppendritter noch den direkten Sprung nach Frankreich. Acht Mannschaften streiten sich noch um die letzten vier: Ungarn, Ukraine, Norwegen, Dänemark, Schweden, Irland, Bosnien-Herzegowina und Slowenien. Am kommenden Sonntag um 11.20 Uhr wird die Uefa in Nyon die Play-off-Spiele für die Europameisterschaft 2016 auslosen. Die Hinspiele finden am 12., 13. und 14. November 2015 statt, die Rückspiele am 15., 16. und 17. November. Bei Punktgleichheit qualifizieren sich die Teams, welche insgesamt mehr Tore erzielen, im Falle eines Gleichstands entscheiden die Auswärtstore sowie ein Elfmeterschießen. Für die Play-offs gibt es vier Teams. die mit dem besten Uefa-Koeffizienten für Nationalmannschaften gesetzt sind (Bosnien-Herzegowina, Ukraine, Schweden, Ungarn) und vier ungesetzte Mannschaften (Dänemark, Irland, Norwegen, Slowenien). Am 17. November 2015 stehen somit alle 24 Teams der EM 2016 fest. Hier stellen wir die Play-off-Teams vor:

Die gesetzten Teams

Ukraine (Gruppe C; 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen): Die Ukraine musste am letzten Spieltag eine 0:1-Niederlage gegen Europameister Spanien einstecken. Die Gruppenphase schloss man mit 19 Punkten ab: Somit ergattern sie von den restliche acht Teams die meisten Punkte, sogar mehr als die direktqualifizierte Türkei. Das Uefa-Reglement in puncto Direktqualifikation wirkte sich für die Ukraine zum Nachteil aus, was der Tatsache geschuldet sein dürfte, das die neun Gruppen teils sechs- und teils fünfköpfig ausgestaltet sind. Die Stärken des Teams liegen in der Defensive. Lediglich vier Tore hat man sich in den zehn Gruppenspielen eingefangen. Das Gesicht des Teams bildet Stürmer Andriy Yarmolenko. Der 25-Jährige mit der Trikot-Nr. 10 auf dem Rücken kam in allen Qualifikationsspielen zum Einsatz, schoss die meisten Tore (4) und steuerte zwei Assists bei.
Bosnien (Gruppe B; 5 Siege, 2 Unentschieden, 3 Niederlagen):
Die Bosnier drehten im letzten Spiel ein 1:2-Rückstand in ein 3:2-Sieg um. Für Bosnien war es erst der zweite Auswärtssieg in fünf Spielen. In der Auswärtsschwäche liegt die Chance für den kommenden Play-off-Gegner. Schwächen offenbarte man außerdem in der Hintermannschaft: Mit zwölf Gegentreffern verbuchten die Bosnier die meisten Gegentore. Ansonsten handelt es sich bei Bosnien um eine extrem torfreudige Mannschaft. Der Star der Balkantruppe Edin Džeko schoss allein sieben Tore. Mit Senad Lulić haben sie zudem einen der besten Vorlagengeber in ihren Reihen. Von den letzten Acht war somit nur Slowenien erfolgreicher im Torabschluss.
Schweden (Gruppe G; 5 Siege, 3 Remis, 2 Niederlagen): Die Schweden freuten sich zuletzt über einen 2:0-Heimsieg. Dass Schweden am Ende nur Tabellenrang drei belegt, überrascht zunächst, wobei sich die Österreicher letztlich doch recht deutlich mit 28 Punkten vom Rest der Gruppe absetzten. So gab es im Rückspiel gegen das Team um David Alaba auch eine deutliche 1:4-Niederlage: Trotz eines torgefährlichen Zlatan Ibrahimovićs, der mit acht Toren hinter Robert Lewandowski (13), Thomas Müller (9) und dem Russen Artem Dzyuba (8) Rang vier belegt.
Ungarn (Gruppe F; 4 Siege , 4 Unentschieden, 2 Niederlagen): Das Team unter Bernd Storck aus Deutschland verpasste nur knapp den Sprung in die Endrunde. Durch den späten Siegtreffer gegen Island wurde die Türkei noch anstelle der Ungarn bester Gruppendritter. Ausgerechnet im letzten und entscheidenden Gruppenspiel gegen Griechenland verlor man nun 3:4. Somit wartet Ungarn nun schon seit über 40 Jahren auf eine erneute EM-Endrunden-Teilnahme. Bei ihrer Letzten 1972 belegten sie den vierten Platz. Für den Europameister von 2004 Griechenland ist die Endrundenteilnahme hingegen ebenso ausgeschlossen, wie für den Europameister von 1988 Holland.

Die ungesetzten Teams

Dänemark (Gruppe I; 3 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen): Die Dänen, die in der einzigen Fünfergruppe der Qualifikation waren, rutschten durch den 3:0-Sieg der Albaner über Armenien am letzten Spieltag auf den dritten Tabellenplatz ab und Albanien schaffte den Sprung auf Platz zwei. Für Albanien ist dies die erste Qualifikation an einer EM-Endrunde. Die Dänen waren zwar bei der letzten EM 2012 dabei, kamen hier allerdings nicht über die Vorrunde hinaus. Dänemark hatte in der Qualifikation zuletzt gegen Portugal, den Gruppensieger, mit 0:1 verloren. Auch im Testspiel gegen Frankreich am vergangenen Sonntag in Kopenhagen waren die Dänen unterlegen und mussten sich mit 2:1 geschlagen geben.
Irland (Gruppe D; 5 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen): Die Iren hatten nach dem überraschenden Sieg gegen die Deutschen am Donnerstag wieder Hoffnungen auf einen der beiden direkten Qualifikationsplätze geschöpft und mussten zum Entscheidungsspiel in Warschau antreten. Doch durch die 2:1 Niederlage sicherten sich die Polen mit 21 Punkten den zweiten Platz hinter Deutschland und somit die dritte EM Teilnahme in Folge. Die Iren müssen nun doch noch zittern und im November in die Relegation.

Norwegen (Gruppe H; 6 Siege, 1 Unentschieden, 3 Niederlagen): Die Norweger wurden am letzten Spieltag noch von den Kroaten auf Platz drei der Gruppe H verdrängt, da diese auf Malta einen glanzlosen 1:0 Sieg einfuhren, während die Skandinavier sich in Italien mit 2:1 geschlagen geben mussten. Dabei standen die Zeichen gut für die Norweger rund um Herthaner Per Skjelbred, die mit einem Sieg gegen die Italiener sogar den Gruppensieg hätten einfahren können. Die norwegische Nationalmannschaft konnte sich bisher erst einmal für die Endrunde einer EM qualifizieren. Das war bei dem Turnier 2000 in Holland und Belgien, wo sie jedoch schon nach der Vorrunde ausschieden.

Slowenien (Gruppe E; 5 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen): Die Slowenen haben sich am letzten Spieltag mit zwei Kopfballtoren einen 2:0-Sieg gegen San Marino und damit auch den Play-Off-Platz hinter den Engländern, die mit der optimalen Punktzahl in die Endrunde einziehen, und der Schweiz gesichert. Allerdings war dem Team unter Trainer Srečko Katanec der dritte Platz schon vorher kaum noch zu nehmen und auch ein Remis hätte ihnen gereicht. Lange hatten die Slowenen sogar gute Chancen auf eine direkte Qualifikation. Das letzte und einzige Mal, dass die Slowenen an einer EM teilnahmen ist 16 Jahre her. Bei der EM 2000 schafften sie es jedoch nicht über die Vorrunde hinaus.

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