Qualifikation zur WM 2018 in Russland : Was soll diese Setzerei bei der Auslosung?

Kaum zu glauben, aber Wales ist heute bei der Auslosung zur WM-Qualifikation 2018 gesetzt in Top eins. Italien ist es nicht. Grund ist die Fifa-Weltrangliste. Ein Unding, meint unser Autor in seinem Kommentar.

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Nicht jede große Fußballnation findet sich bei der WM-Auslosung in Topf eins wieder.
Nicht jede große Fußballnation findet sich bei der WM-Auslosung in Topf eins wieder.Foto: dpa

Wales und Belgien? Das sind doch Großmächte im internationalen Fußball! Wer erinnert sich nicht an das couragierte Auftreten der Waliser bei der Weltmeisterschaft 1958? Damals unterlagen die wackeren Briten dem späteren Weltmeister Brasilien im Viertelfinale nach großer Schlacht nur 0:1. Und die Belgier erst – in den Achtzigern. Da scheiterten sie 1980 im EM-Finale an den Deutschen und sechs Jahre später standen sie in Mexiko sogar im WM-Halbfinale.

Doch natürlich nicht aufgrund dieser uralten Erfolge lümmeln sich die Namen beider Nationen heute im Premium-Topf bei der Auslosung der Gruppen für die Qualifikation zur WM 2018 – ihre aktuelle Weltranglistenplatzierung hat sie dahin gebracht. Wales ist Nummer zehn in der Fifa-Fußball-Welt, Belgien sogar Nummer drei.

Doch dass Weltklassenationen wie Frankreich und Italien in den zweiten Topf verbannt wurden, kann durch gar nichts gerechtfertigt werden. Auch nicht durch die komplizierte Berechnung der Weltrangliste der Fifa – in der auch Spanien hinter Belgien und Wales rangiert. Wenn nun den Deutschen etwa Italien zugelost würde, wäre das unfair bis heftig. Auch wenn der Gruppenzweite noch durchrutschen kann.

Wenn den Deutschen Italien zugelost würde, wäre das heftig

Da bliebe in so einem Fall die Hoffnung: Denn trotz der unsäglichen Setzerei der Fifa ist es immer noch wahrscheinlicher, dass sich bei der WM-Qualifikation die besten Mannschaften der Welt durchsetzen und nicht die besten Mannschaften der Weltrangliste – die viel zu wenig Aussagekraft hat, um als Grundlage für eine derartige Auslosung zu dienen.

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