Qualifikations-Wiederholung : Südkorea löst Olympia-Ticket

Handball-Spiele in der asiatischen Olympia-Qualifikation gerieten wegen offensichtlicher Manipulation zum Skandal. Nun wurde der Gerechtigkeit Genüge getan.

Einen Tag nach den Frauen haben sich auch die südkoreanischen Handball-Männer ihr Olympia-Ticket für Peking gesichert. In der Wiederholung der asiatischen Olympia-Qualifikation bezwang das Team um den Bundesliga-Rekordtorschützen Kyung-Shin Yoon vom HSV Hamburg am Mittwoch in Tokio Gastgeber Japan mit 28:25.

Supervisor überwacht Partien

Die Japaner haben nun noch die Chance, sich über ein weiteres Qualifikationsturnier des Welthandball-Verbandes IHF die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen zu holen. Beide Spiele zwischen Südkorea und Japan hatten nach dem eskalierten Streit zwischen Weltverband und asiatischer Föderation unter der direkten IHF-Aufsicht von Supervisor Carin Nilsson Green aus Schweden gestanden. Zudem waren als Schiedsrichter ein französisches und ein dänisches Paar nominiert.

Die Fronten zwischen den beiden Verbänden hatten sich verhärtet, weil die IHF in einem bislang einmaligen Vorgang die Ergebnisse der asiatischen Olympia-Qualifikationen bei den Männern und Frauen wegen offensichtlicher Manipulation nicht anerkannt hatte. Der asiatische Verband (AHF) lehnt die IHF-Entscheidung ab und geht weiter davon aus, dass Kasachstan bei den Frauen und Kuwait bei den Männern als Sieger der Turniere für Peking qualifiziert sind. Dem Vernehmen nach will die AHF den internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne anrufen.

Asiatische Verband wehrt sich gegen Manipulations-Vorwurf

Die AHF hatte die Spielmanipulation von sich gewiesen und angedroht, die Teams, die zu dem Wiederholungsturnier fahren, zu bestrafen. Daraufhin waren zur neuen Qualifikation Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate nicht angereist. Die AHF mit dem kuwaitischen Scheich Ahmed al-Fahd-al-Sabbah an der Spitze gilt nach Informationen des Fachmagazins "Handballwoche" in Insiderkreisen seit langem als Urheber für Schiedsrichter- und Manipulationsskandale, bei denen zumeist südkoreanische und japanische Mannschaften benachteiligt wurden.

"Die Sieger von Tokio gehen direkt zu den Olympischen Spielen nach Peking", bekräftigte dagegen IHF-Präsident Hassan Moustafa. In einem Brief sei das Internationale Olympische Komitee (IOC) darüber unterrichtet worden. "Das IOC unterstützt die Entscheidung der IHF", sagte der Ägypter. Zudem sei die AHF schriftlich informiert worden, dass "die IHF der einzige Verband" sei, der "Ergebnisse von kontinentalen Qualifikationsturnieren für Olympische Spiele und Weltmeisterschaften anerkennen kann". (mbo/dpa)

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