Quo vadis Jupp? : Heynckes dementiert Karriereende

19.01.2013 00:00 Uhr
  • Das Licht ist aus, Hattrick-Heynckes geht nach Haus'. Oder doch nicht? Trainer Jupp Heynckes wird den FC Bayern zum Saisonende 2012/13 zwar verlassen. Ob er sich  am Niederrhein als Pensionist niederlassen wird, bleibt offen. Auf jeden Fall war "Osram" öfter als jeder andere Trainer bei Bayern München, dreimal: von 1987 bis 1991, 2009 und von 2011 bis 2013. Foto: dpa
    Das Licht ist aus, Hattrick-Heynckes geht nach Haus'. Oder doch nicht? Trainer Jupp Heynckes wird den FC Bayern zum Saisonende 2012/13 zwar verlassen. Ob er sich am Niederrhein... - Foto: dpa
  • Der Jo(n)ker: Der Niederländer Andries Jonker war 2009 als Co-Trainer von Louis van Gaal zum FC Bayern gekommen und übernahm den Cheftrainerposten vorübergehend für das Saisonende 2010/11, bis Jupp Heynckes zum dritten Mal zu den Bayern kam. Zwischendurch trainierte Jonker auch mal die zweite Mannschaft. Mittlerweile ist er bei der Betriebsmannschaft einer Autofabrik im niedersächsischen Niemandsland tätig. Foto: dpa
    Der Jo(n)ker: Der Niederländer Andries Jonker war 2009 als Co-Trainer von Louis van Gaal zum FC Bayern gekommen und übernahm den Cheftrainerposten vorübergehend für das Saisonende... - Foto: dpa
  • Die Party-Ära des "Feierbiests": Louis van Gaal reckt 2010 stolz die Meistertrophäe wie ein Rotterdamer Vorort-Rowdie eine frisch abmontierte BMW-Radkappe in die Höhe. Damit macht er noch die seriöseste Figur auf dem Rathausbalkon. Unter van Gaal gelangte der FC Bayern wieder in die europäische Spitze und ins Champions-League-Finale 2010. "Und vielleicht sind wir die Besten von ganz Europa", johlte van Gaal übermütig in seinem holländischen Dialekt vom Balkon. Es blieb beim Vielleicht. Bayern verlor gegen Inter Mailand 0:2. Van Gaal musste sich im Frühjahr 2011 verabschieden und wurde durch seinen Co-Trainer Andries Jonker ersetzt. Foto: dpa
    Die Party-Ära des "Feierbiests": Louis van Gaal reckt 2010 stolz die Meistertrophäe wie ein Rotterdamer Vorort-Rowdie eine frisch abmontierte BMW-Radkappe in die Höhe. Damit macht... - Foto: dpa

Von wegen Pensionist am Niederrhein: Trotz seines Abschieds aus München im Sommer denkt Trainer Jupp Heynckes noch gar nicht ans Aufhören.

Mit der Wahrhaftigkeit von Pressemitteilungen ist das so eine Sache, da macht auch der FC Bayern keine Ausnahme. Am Mittwoch hatte der deutsche Fußball-Rekordmeister in seiner Stellungnahme noch erklärt, Trainer Jupp Heynckes habe mit einem selbst gewählten Rückzug zum Saisonende erst den Weg für die Verpflichtung Pep Guardiolas geebnet. Alles klar, oder?

Zwei Tage später hat sich nun der erste Trubel um die Anstellung des spanischen Coaches gelegt und Bayern-Präsident Uli Hoeneß wieder zurück zur Sprache gefunden. Und plötzlich klingt alles doch ein bisschen anders als zunächst kommuniziert: „Natürlich hätte Jupp Heynckes, glaube ich, gerne noch ein Jahr weitergemacht“, sagte Hoeneß in einem ZDF-Interview.

Der 67-Jährige wäre wohl zu einer Fortsetzung seiner Tätigkeit zu bewegen gewesen, bemerkte Hoeneß: „Man hatte das Gefühl, wenn wir richtig Druck gemacht hätten, hätte er sich sicherlich erweichen lassen.“ Heynckes, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, müsse sich aber angesichts der Prominenz seines Nachfolgers „nicht grämen“, meinte Hoeneß. „Wir sind ihm sehr dankbar, dass er uns diese Chance ermöglicht hat, dass er da kein Theater gemacht hat.“

Heynckes hält sich unterdessen offenbar eine kleine Hintertür für eine Fortsetzung seiner Karriere am Saisonende offen. „Hier beim FC Bayern höre ich auf“, sagte er einen Tag vor dem Bundesliga-Rückrundenstart an diesem Samstag gegen Greuther Fürth. „Es ist nicht richtig, dass ich gesagt habe, ich werde meine Karriere beenden“, stellte Heynckes klar. Das wolle er schon selbst verkünden. Sein Plan, beim FC Bayern am Saisonende aufzuhören, sei dagegen schon während der Sommerpause gereift, berichtete Heynckes am Freitag bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Verpflichtung Guardiolas. Und er bestätigte, dass ihn sein Freund Uli Hoeneß womöglich zu einem weiteren Jahr als Bayern-Trainer hätte überreden können, wenn es „keine adäquate Lösung“ gegeben hätte. (Tsp/dpa)

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