Rad-WM : Martin verpasst Team-Titel

Der goldene Auftakt blieb für Tony Martin aus. Der Ausnahmefahrer musste sich mit seinem belgischen Team mit dem dritten WM-Platz im Mannschaftszeitfahren begnügen. Dabei machte ihm auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

In einem heftigen Regenschauer hat Tony Martin mit seinem belgischen Team den erhofften goldenen WM-Auftakt verpasst. Der deutsche Ausnahmefahrer musste sich am ersten Tag der Straßen-Weltmeisterschaft in Ponferrada mit seinem Omega Pharma-Quickstep-Team mit der Bronzemedaille begnügen. Nachdem sich die Witterungsbedingungen gegen Ende des Rennens deutlich verschlechtert hatten, verfehlte die Martin-Mannschaft den Sieg um 35,22 Sekunden. „Am Ende ist uns die Kraft ausgegangen - auch ich hatte nicht meinen besten Tag“, sagte der Omega-Kapitän.

Der Titel ging stattdessen am Sonntag überraschend an die Schweizer BMC-Mannschaft, die deutlich früher auf die Strecke gegangen war und für die 57,1 Kilometer nur 1:03:29 Stunden benötigte. Zweiter wurde 31,84 Sekunden zurück die australische Mannschaft Orica-GreenEdge.

Damit verfehlte Martin mit seinen fünf Kollegen, darunter auch Ex-Weltmeister Tom Boonen und Paris-Roubaix-Sieger Niki Terpstra, den dritten Titelgewinn in Serie. Am Mittwoch soll es aber für ihn anders laufen. Dann will der Zeitfahrspezialist zum vierten Mal den Einzel-Titel holen und den Rekord des Schweizers Fabian Cancellara einstellen. „Das heutige Ergebnis werden wir im Hinblick auf Mittwoch genauestens analysieren“, meinte Martin nach der Enttäuschung im kollektiven Kampf gegen die Uhr.

Auf dem welligen Kurs lag die Hauptlast natürlich auf den Schultern des in dieser Saison so überragenden Zeitfahrers Martin, der immer wieder an der Spitze der Omega-Mannschaft das Tempo bestimmte. Dabei ließ es der Titelverteidiger zunächst verhalten angehen. Nach 23,5 Kilometern lag die Omega-Mannschaft noch 0,46 Sekunden hinter BMC.

Doch bei der zweiten Zwischenzeit hatte Omega das Kommando übernommen und einen Vorsprung von 7,5 Sekunden auf die Sky-Mannschaft um den Ex-Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins herausgefahren. Doch das Polster war schnell dahin, wohl auch weil die Bedingungen deutlich schlechter wurden. In der Schlussphase war es für die Martin-Crew auch ein Wettlauf gegen den immer stärker werdenden Regen. Zu der Zeit hatte BMC schon das Ziel erreicht. „Ich will nicht nach Ausreden suchen, aber am Ende kam auch ein heftiger Seitenwind auf, der uns benachteiligte“, sagte Martin.

Bei den Frauen ging es weniger spannend zu. Das Specialized-Lululemon-Team mit Trixi Worrack und Lisa Brennauer hatte im Ziel einen Vorsprung von 1:17 Minuten auf den australischen Rennstall Orica-AIS und holte den dritten Titel in Serie. Die Frauen-Mannschaft des Astana-Teams war auf dem dritten Platz sogar 2:19 Minuten langsamer. Auch bei Zeitfahr-WM-Premiere in Valkenburg gehörte Worrack schon zum Lululemon-Aufgebot.
Überschattet wurde das Frauen-Rennen von einem schweren Sturz der niederländischen Rabo-Mannschaft, der auch Straßenrad-Weltmeisterin Marianne Vos angehörte. Sie war zu der Zeit aber schon zurückgefallen. Bei dem Crash wenige Kilometer vor dem Ziel waren drei Fahrerinnen in einer Kurve zu Fall gekommen.

Das Zuschauerinteresse hielt sich zum WM-Auftakt in der spanischen Provinz noch deutlich in Grenzen. Von großer WM-Stimmung war am ersten Wettkampftag jedenfalls kaum etwas zu spüren. (dpa)

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