Sport : Rad-WM: Razzia im Hotel

Und neue Vorwürfe gegen Luxemburger Frank Schleck

Varese - Einen Tag vor dem Straßenrennen der Männer in Varese hat das Thema Doping die Weltmeisterschaften im Radsport fest im Griff. Im Hotel der Luxemburger Nationalmannschaft hat in der Nacht zum Samstag eine Razzia der Polizei mit etwa 20 Beamten stattgefunden. Ob das Vorgehen in Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen gegen den Luxemburger Profi Frank Schleck steht, blieb zunächst unklar. Ebenso, ob es verdächtige Funde bei der fünfstündigen Razzia gab.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ ist Schleck Kunde des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gewesen. Die Zeitung belegt dies mit einem Bankauszug über 6991 Euro. Die Überweisung soll von Schleck an Fuentes im März 2006 getätigt worden sein. Kopien des Schecks seien dem nationalen Radsport-Verband Luxemburgs vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden übermittelt worden. Die Anti-Doping-Kommission Luxemburgs lud Schleck, der Doping leugnet und fest von seinem WM-Start heute ausgeht, zu einer Anhörung vor. Laut Reglement könnte der Weltverband UCI einen Fahrer schon bei einem Doping-Verdacht sperren. „Ich konzentriere mich auf das Rennen. Ich habe nicht gedopt“, sagte Schleck.

„Bis zur Stunde liegt uns kein Dokument vor, dass im Fall Schleck seine Zusammenarbeit mit Fuentes nahelegt. Deshalb ist er natürlich startberechtigt. Der Fall Valverde im Vorjahr lag anders. Wir hatten belastende Unterlagen und gehen weiter davon aus, dass er mit Fuentes zusammengearbeitet hat“, sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani. Der Spanier Alejandro Valverde hatte im Vorjahr seinen WM-Start per Gerichtsbeschluss erwirkt.

Pierre Bordry, der Präsident der Französischen Anti-Doping-Agentur, kündigte an, dass am Montag weitere Analyse-Ergebnisse der vergangenen Tour de France vorliegen könnten. „Einige Fahrer, die in Varese starten, werden wohl etwas schlecht schlafen“, sagte er der „Gazzetta dello Sport“.dpa

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