Radprofi Kim Kirchen : Vom Teamarzt reanimiert

Radprofi Kim Kirchen liegt weiterhin im künstlichen Koma. In der Nacht zu Samstag hatte er einen Herzstillstand erlitten, sein Zustand hat sich aber wieder stabilisiert.

Es besteht Hoffnung auf Genesung. Kim Kirchens Zustand ist derzeit stabil.
Es besteht Hoffnung auf Genesung. Kim Kirchens Zustand ist derzeit stabil.Foto: dpa

Der Radprofi Kim Kirchen liegt nach einem Herzstillstand in der Universitätsklinik Zürich weiter im künstlichen Koma. Diese Nachricht verbreitete der Katjuscha-Rennstall des 31-jährigen Luxemburgers am Samstagabend, nachdem Kirchen Freitagnacht in seinem Schweizer Hotelzimmer von einem Teamkollegen und dem Teamarzt reanimiert werden musste. Nach ersten medizinischen Tests könne ausgeschlossen werden, dass Kirchen einen Herzinfarkt oder eine Thrombose erlitten habe, teilte sein russisches Team mit.

Der tragische Vorfall bei der Tour de Suisse – am Freitagvormittag hatte Kirchen freudig mitgeteilt, dass er von seinem Team für die am 3. Juli beginnende Tour de France nominiert worden sei – zeigt gewisse Parallelen zum Herztod des Franzosen Fabrice Salanson. Der Radprofi war im Alter von 23 Jahren vor dem Start der Deutschland-Tour 2003 in Dresden tot in seinem Hotelzimmer gefunden worden. Schnell kam damals ein Doping-Verdacht auf, weil Blut bei der Einnahme von Epo verdickt, was bei einer geringen Herzfrequenz zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann. Die Gerichtsmedizin in Dresden ermittelte allerdings keine Hinweise auf Doping und stellte den Sekundenherztod als Todesursache fest. Im selben Jahr war der italienische Profi Denis Zanette bei einem Zahnarztbesuch an Herzversagen gestorben. Im Dezember 2003 starb der ehemalige spanische Radprofi José Maria Jiménez in einer psychiatrischen Klinik an Herzversagen.

Kim Kirchen, bei der Tour 2008 im Team HTC Columbia Achter im Gesamtklassement und vier Tage Träger des Gelben Trikots, hatte in den vergangenen Jahren häufiger gesundheitliche Probleme. In dieser Saison litt er phasenweise unter Atemnot und Schwindelanfällen. Beim belgischen Klassiker Flèche Wallonne stieg er im April vorzeitig aus.

In einem Interview mit dem „Luxemburger Wort“ hatte er sich im Mai zu seiner gesundheitlichen Verfassung geäußert: „Mir geht es gut. In den vergangenen Tagen kannte ich im Training keine Einschränkungen. Die Ursache meines Unwohlseins konnte nicht präzise diagnostiziert werden. Die Meinungen gehen auseinander. Habe ich die Antibiotika im Anschluss an meine Entzündung in der Leistengegend nicht vertragen? Hat der Stress sich negativ auf meine Gesundheit ausgewirkt? Keiner weiß es genau, und es ist also nicht ausgeschlossen, dass die Probleme erneut plötzlich auftauchen.“

Möglicherweise sind die Probleme jetzt wieder aufgetaucht. Seine Frau ist hochschwanger und wird in Kürze Zwillinge zur Welt bringen. (dpa)

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