Sport : Radprofi Zabel Erster der Weltrangliste

Hartmut Schertzer

Verona - Rudi Altig hätte sich in Verona freuen können: Wieder war eine Straßenweltmeisterschaft vorbei, ohne dass ein Deutscher sein Erbe antrat. Altig ist immer noch der letzte deutsche Radprofi, der Straßenweltmeister wurde – vor 38 Jahren. Trotzdem hätte sich 67-Jährige am Sonntag über einen deutschen Triumph gefreut: „Mit Erik Zabel hätte ich einen würdigen Nachfolger gefunden.“ Einen, der – anders als Jan Ullrich – auch Altigs Vorstellungen von einem Profi entspricht. Denn Zabel ist, wie einst Altig, das ganze Jahr über unterwegs.

Eine halbe Radlänge fehlte dem T-Mobile-Sprinter, um den dritten WM-Titel des Spaniers Oscar Freire zu verhindern. Mag Zabel auch das Stigma des ewigen Zweiten anhaften, in der Weltrangliste ist Zabel seit gestern Erster. Der 34-jährige Berliner empfindet Genugtuung darüber, dass sich sein ganzer Eifer niedergeschlagen hat. „Die Weltrangliste ist eine Prestigesache. Der erste Platz bedeutet mir sehr viel.“ Auch wenn er in dieser Saison den ersten Rang 18 zweiten Plätzen verdankt, auf einer Marathonstrecke von Februar bis Oktober. „Ich habe ein Mammutprogramm hinter mir“, sagt Zabel. Andere machen es sich eben leichter. Wie Freire. „Oscar ist genau das Gegenteil von mir. Der pickt sich nur die Rosinen raus.“

Bei drei direkten Duellen um den Sieg in dieser Saison, bei Mailand-San Remo, auf einer Vuelta-Etappe und nun in Verona, lag Freire vor Zabel und trotzdem: Freire ist Achter der Weltrangliste, übrigens noch vor Ullrich, der nur auf Rang 13 geführt wird.

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