Radsport : Armstrong lehnt Doping-Analyse ab

Die Französische Anti-Doping-Agentur (AFLD) hat Lance Armstrong angeboten, Proben aus dem Jahr 1999 nochmals testen lassen. Der siebenfache Toursieger lehnte ab.

Armstrong
Lance Armstrong will es nicht bei sieben Tour-Siegen belassen. -Foto: dpa

Paris/Hamburg Lance Armstrong will seine sechs Proben von der Tour de France 1999 nicht noch einmal testen lassen. Der Texaner wies einen entsprechenden Wunsch der Französischen Anti-Doping- Agentur (AFLD) zurück. Untersuchungen hätten im Jahr 2005 ergeben, dass die Proben nicht korrekt gelagert und vielfach beschädigt worden seien, sagte der 37 Jahre alte Radprofi. "Es gibt einfach nichts, dem ich zustimmen kann, das irgendwelche relevanten Anhaltspunkte für 1999 liefern würde." Der Vorschlag von AFLD-Präsident Pierre Bordry sei daher ein "fundamentaler Fehlschlag", sagte der siebenfache Tour- Sieger am Donnerstag.

B-Probe nicht möglich

2005 vorgenommene Analysen hatten Spuren von EPO in Armstrongs Urin-Proben von 1999 nachgewiesen. Dies blieb aber ohne rechtlichen Konsequenzen, da keine B-Probe möglich war. Die AFLD hatte bei ihrem Angebot erklärt, Armstrong habe selbst im Falle eines positiven Befundes wegen der achtjährigen Verjährungsfrist keine Sanktionen zu erwarten.

Unterdessen deutete Astana-Teamchef Johan Bruyneel an, dass Armstrong mit Vuelta-Sieger Alberto Contador in der kommenden Saison um das Kapitänsamt streiten muss. "Am Ende des Tages wird der stärkste Fahrer unterstützt, ungeachtet seines Namens oder was sie in der Vergangenheit geleistet haben", sagte Astana-Teamchef Johan Bruyneel auf der Internetseite des Radrennstalls.

Rennpause könnte zum Problem werden

Für die kommende Saison bereitet Armstrongs Teamchef Bruyneel weniger dessen Alter als vielmehr die lange Rennpause Sorge, sagte der Belgier. "Die Frage bleibt, ob er das gleiche oder ähnliche Niveau nach einigen Jahren Rennpause erreicht", sagte Bruyneel. "Lance muss beweisen, dass er die physischen Fähigkeiten hat, Rennen zu gewinnen." Armstrong habe aber immer noch das "Charisma", das andere dazu bringe, mit ihm "in den Krieg ziehen zu wollen".

Bruyneel ließ keinen Zweifel daran, dass der diesjährige Giro- und Vuelta-Sieger Contador ebenfalls gute Chancen auf das Kapitänsamt hat. "Alberto hatte ein fantastisches Jahr und ist gegenwärtig der beste Fahrer in der Welt", sagte der 44-Jährige. Zugleich versicherte er, dass der Spanier, der Armstrong erstmals im Dezember während des Trainingslager treffen wird, bis 2010 für die kasachische Equipe fährt. "Er wird in den nächsten beiden Jahren beim Team bleiben", sagte Bruyneel. Contador hatte nach der Armstrong-Verpflichtung mit seinem Abschied gedroht. (mbo/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben