Radsport : Bahnmeisterschaften: Berlin ist Peking

Radprofi Robert Bartko schafft die erste Hürde für Olympia 2008.

Jennifer Witt

BerlinDas Fahrerlager im Velodrom in der Landsberger Allee wirkt, als sei es das große Wohnzimmer der Radsportler. Wenn die Fahrer nicht gerade selbst um einen der 35 zu vergebenen deutschen Meistertitel fahren, üben sie im Innenraum der Halle, mittendrin, wo andere zusammen sitzen, essen und lachen. Es herrscht eine freundschaftliche Atmosphäre zwischen allen Teilnehmern. Unzählbare Fahrräder bedecken den Boden, denn jeder Meter wird hier mit dem Rad zurückgelegt. Sogar wenn man sich nur eine Trinkflasche aus 10 Meter Entfernung holen möchte.

Auf der Strecke geht es bei den Deutschen Bahnmeisterschaften aber ernsthafter zur Sache. Auf der Bahn sind alle hochkonzentriert. Mittendrin ist einer, bei dem es bereits am Donnerstag um sehr viel ging. Doch da hielt Robert Bartko dem Druck stand und gewann seine erste Goldmedaille bei diesem Turnier. Und die war besonders wichtig. In der 4000 Meter Einerverfolgung konnte er die nationale Norm für die Olympiaqualifikation schaffen. Der 31-Jährige hat sich auf diese Meisterschaften so vorbereitet, als seien sie die olympischen Spiele. Bundestrainer Uwe Freese sagt: „Das Turnier in Berlin ist gleichzeitig unsere Vorarbeit für Olympia. Es verläuft ja parallel, nur um ein Jahr verschoben eben. Für uns ist Berlin jetzt gerade Peking.“ Nun muss Bartko bei den World-Cups im November und Dezember nur noch die internationale Norm schaffen, um bei der WM in Manchester im März 2008 teilzunehmen. Dort kann er sich die endgültige Qualifikation für Peking 2008 sichern. „Für dieses Ziel fange ich jetzt an, mich neu zu motivieren“, sagt Bartko. Auch die Junioren treten bei der Deutschen Meisterschaft an und empfinden es als etwas ganz Besonderes, neben Bartko zu fahren. Benjamin Bernhard vom SC Berlin freut sich über die Nähe zu seinem Idol: „Er hilft uns immer, wenn wir Fragen haben. Er ist gar nicht abgehoben.“ Und das, obwohl er Olympiasieger und mehrfacher Weltmeister ist. Im Gegenteil – er fühlt sich sogar sichtlich wohl zwischen seinen jungen Kollegen. Jennifer Witt

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