Radsport : Ex-Weltmeister Museeuw gibt Doping zu

Johan Museeuw, nach Eddy Merckx der berühmteste belgische Radsportler, hat eingeräumt, zum Ende seiner Karriere gedopt zu haben. Auch gegen seinen damaligen Team-Manager gibt es Vorwürfe.

Brüssel - "Ich wollte meine Karriere auf Top-Niveau beenden und tat Dinge, die ich hätte nicht tun sollen. In der Vorbereitung auf einige Rennen habe ich mich nicht 100-prozentig den Regeln entsprechend verhalten", sagte der Straßen-Weltmeister von 1996, der seine Laufbahn vor drei Jahren beendete.

Museeuw legte sein halbherziges Geständnis am Dienstagabend auf einer Presse-Konferenz ab, die sein Team Quick-Step einberufen hatte. Der 41-jährige Ex-Profi, der sich bis Oktober 2004 fast 15 Jahre als "Klassiker-Jäger" hervortat, ist in dem belgischen Team für die PR-Arbeit zuständig. Sein damaliger Team-Manager Patrick Lefevere, weiter außerordentlich erfolgreich im Amt, wurde von der belgischen Zeitung "Het Laatste Nieuws" bezichtigt, "30 Jahre Doping-Erfahrung" zu haben. Er kündigte an, dagegen anwaltlich vorzugehen.

Museeuw und sechs andere Ex-Profis müssen sich in diesem Jahr vor Gericht verantworten, weil bei ihnen 2003 das Blut-Doping-Mittel Epo und Wachstums-Hormone gefunden wurden. Ein Veterinär soll die Medikamente besorgt haben. Der belgische Verband sperrte Museeuw im Oktober 2004 wegen dieses Vergehens für zwei Jahre, nachdem er fünf Monate zuvor zurückgetreten war.

Museeuw, dreifacher Gewinner der Flandern-Rundfahrt und zweifacher Sieger in Roubaix, legte immer Wert auf die Feststellung, dass er in seiner Karriere bei Doping-Kontrollen niemals positiv getestet worden war. (tso/dpa)

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