Radsport : Hunter gewinnt elfte Tour-Etappe

Der Südafrikaner Robert Hunter hat die elfte Etappe der Tour de France von Marseille nach Montpellier gewonnen. Andreas Klöden machte in der Gesamtwertung zwei Plätze gut.

Andreas Zellmer,Esteban Engel[dpa]
070719hunter
Robert Hunter: Erster südafrikanischer Tour-Etappensieger -Foto: AFP

MontpellierAndreas Klöden kommt dem gelben Trikot immer näher. Nach der elften Etappe der Tour de France verbesserte sich der Wahlschweizer in der Gesamtwertung vom achten auf den sechsten Platz. Robert Hunter gewann unterdessen als erster Südafrikaner überhaupt in der 104-jährigen Geschichte der Frankreich-Rundfahrt eine Etappe.

"Ich bin sehr stolz, für mein Land den ersten Tour-Etappensieg in der Geschichte geholt zu haben. Das war sehr schwer und am Ende lieferten wir uns einen wahnsinnigen Sprint", sagte Hunter, der für das Team Barloworld, das per Wildcard die Starterlaubnis erhielt, den zweiten Etappenerfolg perfekt machte.

Boonen durch Sturz ausgebremst

Im Kampf um das Grüne Trikot konnte Tom Boonen seinem Hauptkonkurrenten Erik Zabel keine Punkte abnehmen, obwohl er im Ziel 3:16 Minuten Vorsprung auf den Milram-Kapitän hatte.

Der Ex-Weltmeister Boonen aus Belgien hatte im Massensprint der elften Etappe von Marseille nach Montpellier keine Chance, weil er durch einen Sturz im letzten Kreisverkehr vor der Ziellinie in seiner Fahrt gebremst wurde. Im Ziel war er nur 37. - der Abstand zu Zabel auf Rang zwei der Sprint-Wertung beträgt weiter 16 Punkte.

Zabel war mit dem Franzosen Christophe Moreau Haupt-Leidtragender einer Tempoverschärfung der Astana-Mannschaft, die 70 Kilometer vor dem Ziel die Schlagzahl plötzlich erheblich erhöht hatte. Der 37-Jährige aus Unna erreichte das Ziel in Montpellier nach 182,5 Kilometern mit 3:20 Minuten Rückstand auf die große Spitzengruppe, in der alle Favoriten außer Moreau fuhren.

Rasmussen weiter in Gelb

Im Gesamtklassement gab es erwartungsgemäß keine Veränderungen: Der 33-jährige Däne Michael Rasmussen verteidigte sein Gelbes Trikot mit 2:35 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Alejandro Valverde aus Spanien und 3:50 auf den als Topfavoriten gehandelten Klöden. Moreau und Carlos Sastre aus Spanien, der im schnellen Finale 22 Sekunden verlor, fielen hinter Klöden zurück. Beim 54 Kilometer langen Zeitfahren am Samstag in Albi am Fuß der Pyrenäen will Klöden zum Gelben Trikot greifen.

Der deutsche Meister Fabian Wegmann hatte sich bei der Fahrt durch das Languedoc verzweifelt um positive Nachrichten für sein Gerolsteiner-Team bemüht, das sportlich bei der Tour bisher nicht in der ersten Reihe fährt. Zusammen mit vier Fahrern inszenierte er bei Halbzeit einen Ausreiß-Versuch. Die Flüchtlinge hielten den Verfolgern aber nur bis 38 Kilometern vor dem Ziel stand. Vornehmlich durch das Bemühen der Astana-Mannschaft kam es wieder zum Zusammenschluss mit einer ersten Verfolgergruppe, in der sich Boonen zu diesem Zeitpunkt noch Hoffnungen auf seinen zweiten Etappensieg machte.

Winokurow weiter durch Sturzverletzungen beeinträchtigt

Im Rücken der Ausreißer hatten auf der vom Profil her total flachen Etappe ab 70 Kilometer vor Montpellier die Astana-Fahrer plötzlich angetreten. Auf Initiative von Alexander Winokurow, der sich wieder von Tourarzt Gerard Porte an seinen Sturzverletzungen behandeln ließ, und Klöden bildeten sich zwei große Fahrer-Felder. Der französische Mitfavorit und Landesmeister Moreau, der leicht stürzte, fand sich im hinteren Peloton wieder und kassierte im Ziel so einen unerwarteten Rückstand.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben