Radsport : Kapitän für große Rundfahrten

Radprofi Gerdemann geht von Columbia zu Milram

Hamburg - Das monatelange Transfergerangel um Deutschland-Tour-Sieger Linus Gerdemann ist beendet. Der 26-Jährige wird den T-Mobile-Nachfolger Columbia verlassen und ab 2009 das Milram-Team als Kapitän anführen. Mit seiner Rückkehr sorgt der Münsteraner zugleich für einen kleinen Lichtblick im krisengeplagten deutschen Profi-Radsport. „Mit Linus haben wir unseren absoluten Wunschfahrer in unseren Reihen, der das Team Milram in den kommenden Jahren führen wird“, sagte Milram-Teamchef Gerry van Gerwen. Gerdemann unterschrieb bei der Dortmunder Equipe als 13. Neuzugang einen Zweijahresvertrag.

Der Verpflichtung des Münsteraners, der an diesem Donnerstag bei einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden soll, ging ein Wechseltheater voraus. Über Monate hinweg feilschte van Gerwen mit dem kalifornischen Columbia-Kollegen Bob Stapleton um die Modalitäten. Für eine geschätzte sechsstellige Euro-Summe stimmte Stapleton schlussendlich der Auflösung des bis Ende 2009 laufenden Gerdemann-Vertrages zu. „Es ging lange hin und her. Es ist aber kein moderner Menschenhandel“, kommentierte Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag das Transferhickhack.

Der Weltverband UCI hat dem Wechsel zugestimmt. Für van Gerwen, der ein Team mit explizit deutscher Ausrichtung aufbauen will, ging damit ein zielstrebig verfolgter Wunsch in Erfüllung. Nachdem der Niederländer bereits zwölf neue Profis – darunter acht aus der Konkursmasse des dopingbelasteten Rivalen Gerolsteiner – geholt hatte, konnte er mit Gerdemann den erhofften Kapitän für die großen Rundfahrten verpflichten. Zudem ist der Wechsel von Columbia-Sprinter Gerald Ciolek nur eine Formsache. dpa

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