Sport : Radsport: Leichte Anstiege - ideal für Erik Zabel

Erik Zabel hat sich wieder einmal als Spurtkönig erwiesen. 24 Stunden nach der Niederlage zum Auftakt der Deutschland-Tour gegen den Belgier Tom Steels gewann der Weltcup-Gewinner am Mittwoch die zweite Etappe über 173 Km von Goslar nach Erfurt. Diesmal setzte sich Zabel, der mit vier Erfolgen von der Bayern-Rundfahrt zur Deutschland-Tour gekommen war, vor dem Moldawier Igor Pugaci (Saeco) und dem Russen Gennadi Michailow (Lotto) durch. Der fünffache Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France feierte seinen zwölften Saisonerfolg und übernahm das Weiße Trikot des Spitzenreiters in der Gesamtwertung. Zabel führt nun zehn Sekunden vor dem Niederländer Rudi Kemna, wird aber die Spitzenposition auf der Bergetappe nicht verteidigen können.

"Der Etappenverlauf war heute ideal für Erik. Erst die leichten Steigungen, über die er im Vergleich zu den anderen Sprintern am besten kommt. Dann die leicht ansteigende Zielgerade - alles perfekt", sagte Ex-Sprinter Marcel Wüst, der nach seiner Augenverletzung vor dem Karriereende steht. "Natürlich fällt mir ein Stein vom Herzen. Auf uns lastet hier schon ein enormer Erwartungsdruck vor eigenem Publikum, auch wenn es natürlich nicht die Tour de France ist", sagte ein am Arm bandagierter Zabel.

Wie am Dienstag in Hannover hatte das Telekom-Team den Spurt bis etwa einen Kilometer vor dem Zielstrich wieder vorbildlich vorbereitet - doch dann war Zabel auf sich alleine gestellt. Diesmal konnte der neunfache Tour-de-France-Etappensieger die Teamarbeit krönen. "Das lief heute schon besser", freute sich der Telekom-Kapitän nach seinem ersten Sieg bei der aktuellen Deutschland-Tour, seiner Vorbereitung auf die Tour de France ab 7. Juli.

Direkt nach dem Start hatte sich der Schweizer Roger Beuchat vom kleinen Phonak-Team abgesetzt und einen Vorsprung von elf Minuten herausgefahren. Aber er hatte nur Luft bis zum Kilometer 119. Dort wurde Beuchat vom Feld gestellt, nachdem er die beiden Bergwertungen auf dem Torfhaus und dem Kyffhäuser gewonnen hatte.

Am Start war auch Thorsten Wilhelms, der am Dienstag schwer gestürzt war. Gegen den Rat des Arztes trat der Profi aus Hannover zur zweiten Etappe an. An beiden Armen verbunden, mit Schrammen am Körper und im Gesicht, fiel Wilhelms aus dem Hauptfeld zurück, wurde aber von Team-Kollegen wieder herangeführt.

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