Radsport : Pereiro vom Doping-Verdacht entlastet

Der Radsport-Weltverband UCI hat den Tour-de- France-Zweiten Oscar Pereiro vom Vorwurf des Dopings freigesprochen. Der Spanier war bei zwei Tour-Etappen positiv auf ein Asthmaspray getestet worden.

Berlin - Pereiro verfügte für das Medikament zwar über eine Ausnahmegenehmigung, hatte den Nachweis aber zunächst versäumt. Nachdem der 29-Jährige nun die notwendigen Unterlagen nachreichte, kritisierte die UCI zwar dessen "ernste Nachlässigkeit", sprach ihn aber von jeglichem Doping-Verdacht frei.

In einem Brief an Pereiro klagte UCI-Präsident Pat McQuaid die Versäumnisse des spanischen Profis an. Diese hätten dem Radsport einen Imageschaden zugefügt, sagte der Ire. Aufgedeckt hatte den vermeintlichen Fall die französische Anti-Doping-Agentur AFLD. Daher bat der Weltverband nun zugleich die AFLD, in Zukunft nicht mehr von einem Dopingfall zu sprechen, wenn der betreffende Fahrer lediglich einen administrativen Fehler begangen habe. "Solch ein Verhalten ist nicht hilfreich für die Radsport-Gemeinde, die sich derzeit so stark wie nie zuvor im Kampf gegen das Phänomen Doping engagiert", teilte McQuaid mit.

Wegen Urlaub Unterlagen zu spät eingereicht

Pereiro hatte in ersten Stellungnahmen erklärt, er leide an leichtem Asthma und habe das Salbutamol während der gesamten Tour verwendet. Insgesamt zehn Mal sei er kontrolliert worden. Der Radprofi vom Team Caisse d'Epargne räumte jedoch ein, er habe die von der französischen Anti-Doping-Agentur verlangten ärztlichen Unterlagen zunächst nicht eingereicht, weil er im Oktober und November im Urlaub gewesen sei.

Mit der Erklärung der UCI gilt Oscar Pereiro nun wieder als erster Anwärter auf den Platz des Tour-Siegers 2006, nachdem der des Dopings überführte Floyd Landis (USA) den Titel voraussichtlich abgeben muss. Dem Amerikaner war nach der 17. Tour-Etappe Testosteron-Doping nachgewiesen worden. Der drittplatzierte Deutsche Andreas Klöden würde mit der Disqualifikation von Landis auf Rang zwei vorrücken. (tso/dpa)

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