Radsport : Robert Bartko: Ein Mann für die Pyramide

Der frühere Olympiasieger will Funktionär werden. Eine Karriere beim Radsportverband kommt aber nur infrage, wenn Sylvia Schenk erneut Präsidentin wird.

Vom Sattel in den Sessel. Robert Bartko möchte Funktionär werden.
Vom Sattel in den Sessel. Robert Bartko möchte Funktionär werden.Foto: picture alliance / dpa

Für den diplomatischen Dienst hatte sich Robert Bartko schon als Radprofi nie empfohlen. Als Mann der klaren Worte machte er sich bei den Verbandsfunktionären oft unbeliebt. Seiner Linie bleibt er nun auch bei dem angestrebten Wechsel auf die Funktionärsseite treu. „Im Verband wird nur geschaut, wie man sich das Leben so angenehm wie möglich machen kann“, sagte Bartko, „über viele Jahre ist ein vergiftetes Klima aufgebaut worden.“

Um das zu ändern, hat er sich zum Kandidaten für den Posten des Vizepräsidenten Leistungssport bei den Präsidiumswahlen am Samstag in Gelsenkirchen aufstellen lassen. Wahlkampf wie der aktuelle Radsport-Präsident Rudolf Scharping will der 37-Jährige nicht betreiben. „Ich verlasse mich darauf, dass die Delegierten schlau genug sind und im Sinne des Radsports entscheiden“, sagte Bartko.

Seine Kandidatur macht er unabhängig vom künftigen BDR-Präsidenten. Er sei weder auf Seiten von Scharping noch von Herausforderin Sylvia Schenk. Einen Vizepräsidenten Bartko wird es aber wohl nur in Verbindung mit Schenk geben, denn Scharping macht die Fortsetzung der Arbeit seiner Mannschaft zur Voraussetzung für eine weitere Amtszeit.

Bei Scharping bemängelte Bartko, dass sich der frühere Verteidigungsminister „aufgrund seiner geschäftlichen Aktivitäten nicht so um den Radsport kümmern konnte“. Schenk, die bereits von 2001 bis 2004 BDR-Präsidentin war, zeichne dagegen eine hohe Glaubwürdigkeit aus. Allerdings habe sie nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt keine Situation ausgelassen, um nach dem Radsport zu treten.

Ein Grund für den Niedergang sieht Bartko in den herrschenden Strukturen. Bartko will die Landesverbände stärken. „Wir brauchen eine große Basis, damit die Pyramide nicht umkippt.“ dpa

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