Radsport : Sixdays wohl ohne Risi

Berliner machen Abstriche beim Gehalt der Fahrer.

Anke Myrrhe

Berlin - Roger Kluge wird kommen. Das zumindest scheint festzustehen. „Roger war der erste, der unterschrieben hat“, sagt Dieter Stein, sportlicher Leiter des Berliner Sechstagerennens, das vom 28. Januar bis zum 2. Februar 2010 im Velodrom ausgetragen wird. Der Cottbuser habe die Freigabe seines Teams Milram erhalten, für das er ab 2010 starten wird. Ob Kluge allerdings mit Doppel-Olympiasieger Robert Bartko, mit dem er im Oktober Madison-Europameister wurde, zusammen fahren kann, steht noch nicht fest.

„Die Verhandlungen laufen“, sagt Dieter Stein, der sich sicher ist, dass der Ludwigsfelder Bartko sich einen Start in Berlin nicht entgehen lassen wird. Anders verhält sich die Sache offenbar beim Schweizer Altmeister Bruno Risi, 41, der nach der Saison seine Karriere beenden will. Ohne konkret zu werden, lässt Heinz Seesing, Leiter der Berliner Sixdays, durchklingen, dass Risi wohl mit überzogenen Gehaltsforderungen seine Teilnahme aufs Spiel setze. „Die Einstellung: einmal Weltmeister – immer Weltmeister lassen wir nicht gelten“, sagt Seesing. „Wer ohne Rücksicht auf die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen das gleiche Gehalt einfordert, der formuliert seine Absage selbst.“

Ein Verzicht auf eine Verabschiedung des Publikumslieblings Risi jedoch würde deutlich machen, wie sehr den Berlinern offenbar dieses Jahr finanziell die Hände gebunden sind. Der Gesamtetat für das Fahrerfeld musste im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden. Dennoch versuche man, ein Feld von 18 Mannschaften zusammen zu bekommen, versichert Dieter Stein: „16 Mannschaften sind schon verpflichtet.“ Darunter die dänischen Weltmeister Alex Rasmussen und Michael Mörköv sowie Leif Lampater und Christian Grasmann.

Probleme wie beim Münchner Pendant, wo im November ein deutlicher Besucherrückgang verzeichnet und erneut ein Minus erwirtschaftet wurde, gebe es in Berlin aber nicht, versicherte Seesing. Er geht von 12 500 Besucher täglich aus und sagt: „Das ist unsere Konstante.“

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