Radsport : T-Mobile erhält Pro-Tour-Lizenz

Der Profi-Radrennstall T-Mobile Team behält auch nach den jüngsten Doping-Querelen um Jan Ullrich und Oscar Sevilla seinen ProTour-Status. In Bonn zeigt man sich erleichtert über die Entscheidung.

Bonn - Wie der in Bonn ansässige Rennstall bekannt gab, erteilte der Radsport-Weltverband (UCI) der Betreibergesellschaft Neuer Straßen Sport GmbH des neuen General-Managers des T-Mobile Teams, Bob Stapleton, bereits am Freitag im schweizerischen Aigle eine vorläufige Lizenz für die Dauer von vier Jahren.

"Das ist ein wichtiges Signal für das Team und die ProTour im Allgemeinen", freute sich Stapleton. Die Lizenzvergabe zeige, dass die Bemühungen bei T-Mobile um einen sauberen Radsport ernst genommen werden. Die Lizenz sei "ein wichtiger Schritt bei der weiteren Umstrukturierung der Mannschaft", die sich künftig mit neuen Gesichtern präsentieren werde, sagte der 48-jährige US-Amerikaner weiter.

T-Mobile: Vertrauen in Stapleton und Aldag

Auch beim Telekommunikationsunternehmen T-Mobile zeigte man sich mit der Entscheidung zufrieden. "Die UCI hat mit der Lizenzvergabe ein Zeichen gesetzt. Wir werden auch weiterhin aktiv unseren Beitrag im Kampf gegen das Doping leisten, um dem Radsport wieder zu mehr Glaubwürdigkeit zu verhelfen", sagte Ulli Gritzuhn, Marketing-Vorstand von T-Mobile International. Gritzuhn lobte Stapleton, der nicht nur das Vertrauen des T-Mobile-Vorstandes genieße, sondern sich darüber hinaus mit seiner geradlinigen Art in kürzester Zeit im internationalen Radsport Respekt erworben habe. "Wir sind sicher, mit ihm sowie Rolf Aldag die Neuausrichtung des T-Mobile Team erfolgreich zu bewältigen."

Der künftige Sportdirektor Aldag sieht die Lizenzvergabe als wichtige Voraussetzung für die Umstrukturierung der Mannschaft. "Mit der Lizenz im Rücken können wir jetzt natürlich ganz anders in die Vertragsgespräche gehen. Ich bin überzeugt, dass wir eine starke Mannschaft haben werden, die nicht nur auf dem Rad unsere klaren Vorgaben erfüllen wird."

Als Folge der Dopingverdächtigungen gegen die ehemaligen T-Mobile-Profis Jan Ullrich und Oscar Sevilla im Zusammenhang mit den Ermittlungen spanischer Behörden gegen den Sportmediziner Eufemiano Fuentes hatte T-Mobile Ende Juli der Olaf Ludwig Cycling GmbH zum 31. Oktober 2006 gekündigt. Mit dem bisherigen Lizenzgeber war man über die künftige Ausrichtung der Arbeit uneins. Ausschlaggebend waren fehlendes Vertrauen in das Team-Management sowie grundlegend unterschiedliche Auffassungen über die künftige Strategie, die Ausrichtung des T-Mobile-Teams und den Umgang mit der aktuellen Doping-Problematik, hatte es vor einem Monat geheißen. (tso/ddp)

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