Radsport : Tour-Ausstieg kann Sender Millionen kosten

Nach Ansicht von ZDF-Chefredakter Nikolaus Brender sind ARD und ZDF bei der Live-Berichterstattung von der Tour de France an einen Dreijahresvertrag gebunden. Ein vorzeitiger Ausstieg kann teuer werden, betonte Brender.

Der Ausstieg aus der Live-Berichterstattung von der Tour de France wird ARD und ZDF viel Geld kosten. Beide TV-Sender sind nach Ansicht von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender an einen Dreijahresvertrag der Europäischen Rundfunk Union (EBU) mit dem Tour-Veranstalter ASO gebunden. Danach soll jeder Sender pro Jahr bis 2011 jeweils rund drei Millionen Euro zahlen.

In Teilen der ARD gibt es dazu eine andere Rechtsauffassung, der Brender bei "Sport Bild online" widersprach. "Es gibt einen Vertrag zwischen EBU und dem Tour-Veranstalter ASO. Und dieser bindet ARD und ZDF. Denn die Zuständigen bei den Sendern haben die EBU zur Vertragsverhandlung beauftragt und zwar schriftlich. Das ist juristisch eindeutig", sagte Brender.

Brender betont Vertragstreue

Bereits im Januar habe es ein solches Schreiben der ARD und des ZDF an die EBU gegeben. "Das kann man nachträglich nicht verleugnen", erklärte der ZDF-Chef und fügte hinzu: "Wir sind vertragstreu. Da gibt es keinen Grund, sich herauszumogeln."

Die Sender wollen nun zeitnah Gespräche führen und die rechtlichen Rahmenbedingungen festlegen. In der ARD beruft man sich intern auf einen Brief, in dem Anfang Juni der EBU mitgeteilt wurde, dass das Erste eine Entscheidung über die weitere Tour-Berichterstattung erst nach dem Ende der Radsport-Saison im Herbst treffen werde. ARD- Sprecher Peter Meyer wollte dies nicht kommentieren: "Wir machen zur Vertragssituation keine Angaben."

Die EBU hatte im Juli den neuen Vertrag mit der ASO abgeschlossen. "Das haben wir auf der Basis der Angebote getan, die unsere Mitglieder gemacht haben. Und dazu gehören auch ARD und ZDF", sagte eine EBU-Sprecherin dem Internetanbieter. (leu/dpa)

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