Radsport : TV-Sender verzichtet auf Tour-Experten

Der frühere Radprofi Jens Heppner wird bei der Tour de France nicht als Co-Kommentator am Eurosport-Mikrofon sitzen. Der TV-Sender befürchtet, Heppner könne nicht unbefangen berichten.

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Jens Heppner: Keine Kommentare bei der Tour de France. -Foto: ddp

BerlinDer TV-Sender Eurosport wird bei der diesjährigen Tour de France auf die Dienste von Ex-Profi Jens Heppner als Co-Kommentator verzichten. Der ehemalige Telekom-Profi und jetzige Sportdirektor des Teams Wiesenhof hatte bisher bei Radsport-Höhepunkten für den Sportsender gearbeitet. "Für unser deutsches Programm ist bei der Tour kein Experte vorgesehen", erklärte ein Sprecher von Eurosport.

"Wir haben uns dazu entschlossen, weil wir nach all den Dingen in den vergangenen Wochen nicht davon ausgehen können, dass Jens Heppner unbefangen als Experte berichten kann", sagte der Sprecher weiter und fügte hinzu: "Er war Mitglied des Teams Telekom und wird kaum mit seinem ganzen Wissen zum Thema Doping auftreten können."

Keine Anhaltspunkte für Verwicklung in Doping-Affäre

Eurosport habe keine Anhaltspunkte, dass Heppner in irgendeiner Form in die Doping-Affären verwickelt sei, stellte der Sprecher klar. Auch habe es inzwischen ein offenes Gespräch mit Heppner gegeben, in dem dieser den Standpunkt des Senders nachvollziehen konnte.

Heppner hatte nach den Doping-Geständnissen seiner ehemaligen Teamkollegen um Erik Zabel jede Beteiligung an unerlaubten Praktiken zurückgewiesen. Der aus Gera stammende Heppner war von 1992 bis 2002 für das Team Telekom gefahren. Der Hauptsponsor seines jetzigen Teams Wiesenhof hatte unmittelbar nach den jüngsten Doping-Enthüllungen seinen Ausstieg aus der Radsport-Szene zum Jahresende angekündigt. (mit dpa)

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