Radsport : Ullrich will Karriere fortsetzen

Jan Ullrich will im nächsten Jahr erneut bei der Tour de France an den Start gehen. Ihm lägen bereits Angebote mehrerer Teams vor. Die Dopingvorwürfe gegen ihn würden "sich zu meinen Gunsten aufklären", ist sich der 32-Jährige sicher.

München/Bonn - Der unter Dopingverdacht stehende deutsche Radprofi Jan Ullrich will seine Karriere fortsetzen. Er wolle im kommenden Jahr bei der Tour de France noch mal richtig angreifen, kündigte der 32-Jährige in der Zeitschrift "Bunte" an. Zwar verhandle er zurzeit noch mit keinem Rennstall. Es lägen ihm aber verschiedene Angebote vor. "Ich muss mich nur noch entscheiden, für wen ich fahren möchte", fügte der Tour-de-France-Sieger von 1997 hinzu.

Zuletzt stand Ullrich als Kapitän beim T-Mobile Team unter Vertrag. Der Bonner Radrennstall hatte dem Olympiasieger von 2000 jedoch Ende Juli gekündigt. Ullrich soll in den Dopingskandal um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes verwickelt sein. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt gegen ihn, seinen langjährigen persönlichen Betreuer Rudy Pevenage sowie den spanischen Profi Oscar Sevilla wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz sowie Betrugs.

Derweil wurden am Mittwoch die Ermittlungen von der Behörde weiter vorangetrieben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden am Vormittag zeitgleich zehn Wohnungen und Firmenräume im In- und Ausland durchsucht. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Fred Apostel wurde dabei auch der Wohnsitz Ullrichs im schweizerischen Scherzingen durchleuchtet. Ullrich, der sich nach seiner Hochzeit in Flitterwochen befindet, sei aber nicht angetroffen worden, sagte der Behördensprecher gegenüber "Focus"-Online.

Ungeachtet dessen bestreitet Ullrich nach wie vor, jemals illegale Mittel zur Leistungssteigerung genutzt zu haben. "Ich habe nicht gedopt. Ich bin unschuldig. Es wird sich alles zu meinen Gunsten aufklären, da bin ich mir ganz sicher", betonte Ullrich. Die vor Wochen angekündigte Sperre des Schweizer Radsportvereins sei bis heute nicht erfolgt, da sie keine Beweise hätten, sagte Ullrich. Er habe keinen Grund, sich zu schämen. "Was man gerade mit mir macht, finde ich nicht gerecht. Das habe ich nicht verdient", hob Deutschlands Sportler des Jahres 1997 hervor. (tso/ddp)

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